Pfandbriefe und Kommunalobligationen

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Pfandbriefe oder Kommunalobligationen?

Pfandbriefe
3
16%
Kommunalobligationen
6
32%
Günter Beckstein ist bayerischer Staatsminister des Innern. Nach einer Ausbildung zum Pfifferling arbeitete er als Assassine für den Schwarzen Lotos, kann jedoch auf Schwatzmagier umschulen und wird wahrscheinlich Innenminister.
10
53%
 
Abstimmungen insgesamt : 19

Beitragvon haubargschaf » Sa Jul 23, 2005 4:49 pm

Hierbei musste ich etwas lachen:
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Verbriefte Sicherheit hat Folgendes geschrieben:
... fragte Takichiro seine Tochter Chiëko. Armut ist eine der Lasten, die, obwohl man nichts zu tragen hat, am schwersten zu ertragen ist. Wie sagte schon Goethe: Du trägst leicht, wenn du nichts hast, aber Reichtum ist eine leichtere Last. Und Jean Paul meinte: Armut ist die einzige Last, die schwerer wird, je mehr Geliebte daran tragen.


Goethe passt ja eigentlich überall. Und diese letzte romantisch-melancholische Weisheit geht einem doch direkt ins Herz! Schnell zur nächsten Bank oder Sparkasse.


(Aus Yasunari Kawabatas "Kyoto", 1969. Leider habe ich keinen blassen Schimmer wie man den Scan so schön weiß bekommt, haha.)
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Beitragvon Prof. Adorno » Sa Jul 23, 2005 8:50 pm

Nachdem uns Frau erdgeruch "neulich" schon das sog. Peter-Prinzip vorstellte, habe ich noch einmal hineingespitzt (Laurence J. Peter und Raymond Hull: Das Peter-Prinzip oder Die Hierarchie der Unfähigen. Reinbek 1989) und dabei wie üblich Sensationelles gefunden.

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Hoher Zinsertrag op. cit. p73f hat geschrieben: Nicht jeder verdient das ... was er verdient. Mancher macht sich um manches verdient und verdient nicht, was er verdient hätte. Und andere verdienen, als sei Verdienen schon ein Verdienst. Daß hoher Verdienst bei großen Verdiensten keine selbstverständliche Folge sein muß, erkannte Shaw: 'Als ich bei meiner Arbeit in der sozialistischen Bewegung über die allgemein verbreitete Annahme examiniert wurde, daß Ungleichheit der Arbeit auch Ungleichheit des Entgelts voraussetzt, konnte ich aus eigener Erfahrung erwidern, daß, unter sonst gleichen Umständen, die Menschen um so weniger Belohnung beansprüchen würden, je höher qualifiziert ihre Arbeit wäre. Wenn meine Chefs von mir verlangt häten, die Arbeit der Putzfrau zu übernehmen, so hätten sie meinen Widerwillen durch ein mindestens zwanzigmal höheres Gehalt überwinden müssen, als sie mir tatsächlich bezahlten."


Schlimm, dieser Kapitalismus / Kommunismus / Shaw!
Ich bin gut informiert. Ich weiß viel. Ich habe viel Material.
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Beitragvon Louis Antoine Saint-Just » Di Jul 26, 2005 6:16 pm

Das Thema von Hans Eggers' Deutscher Sprachgeschichte verführt die Pfandbriefe und Kommunalobligationen zu etymologischen und buchproduktionshistorischen Erläuterungen. Sehenswert sind meines Erachtens vor allem die Zeichnungen. Selbst in den Sachbuchreihen wurden also eigens für die jeweiligen Bücher Anzeigen entworfen und geschrieben. [Leider gilt das nicht für alle Bücher, denn Anzeigen sucht man gerade in Büchern mit hohem Protzfaktor wie Kierkegaards "Der Begriff Angst" zumeist vergeblich.]
Hier also die drei Anzeigen aus der Sprachgeschichte, die sich zunächst mit der Herkunft des Wortes "sparen" befassen...

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Pfandbriefe hat geschrieben:...heißt ein schweizerischer Abschiedsgruß. Darin steckt noch die alte Bedeutung sparen = bewahren (wie auch im englischen "spare").
Aber nicht nur "bewahren, schonen, nicht verbrauchen" stecken im Zeitwort "sparen": Die erschlossene germanische Form "spa-ra" ist verwandt mit altslawischen, armenischen und altindischen Adjektiven, die allesamt "reichlich, ergiebig" bedeuten. Die indogermanische Wurzel *spe(i)-, *spi- hatte den Sinn von "sich ausdehnen, mehr werden".
Die Etymologen haben nicht nur den Sinn des Zeitworts "sparen" erschlossen; sie kamen auch hinter den Zweck des Sparens.

(Q: Hans Eggers: Deutsche Sprachgeschichte 1) (5. Aufl. 1970)

...sich dann, aus Pfandbrief-Sicht durchaus konsequent, direkt der Herleitung der Worte "Zins" und "Wucher" widmen...

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Pfandbriefe hat geschrieben:...den Zeitgenossen der frühen tausender Jahre. Der Zins, den man bekam - soweit es das kanonische Zinsverbot duldete -, hieß im Mittelhochdeutschen "wuocher"; das hatte den Sinn von "Ertrag, Frucht, Gewinn".
Das Wort "Zins", wohl auf dem Verwaltungswege aus dem Lateinnischen entlehnt, bedeutete im Mittelhochdeutschen "Tribut, Abgabe", also den Zins, den man zahlen mußte, nicht jenen, den man erhielt.
In unsere Zeit übertragen: Eine Bank gibt Zinsen, der Sparer aber nimmt "Wucher".

(Q: Hans Eggers: Deutsche Sprachgeschichte 2) (2. Aufl. 1966)

...um dann im dritten Teil leider doch nicht fortgeschrittenes Wirtschaftswissen wie "Depotgebühren", "Hedgefonds", "T-Aktie" oder andere Arten negativer Geldvermehrung zu erklären, sondern auf allgemeines Geschwafel zur Buchproduktion auszuweichen. Schade. Aber das korrekte Wirtschaftslexikon erscheint ja gerade in der SuperLupo.

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Pfandbriefe hat geschrieben:...dafür liest die andere Hälfte, wie es scheint, um so eifriger. So wuchs die Buchproduktion:
15. Jahrhundert - 40 000 Werke (Inkunabeln)
16. Jahrhundert - 520 000 Titel
17. Jahrhundert - 1,25 Millionen Titel
18. Jahrhundert - 2 Millionen Titel
19. Jahrhundert - 8 Millionen Titel
Heute werden allein in der Bundesrepublik in einem einzigen Jahrzehnt etwa 200 000 Titel aufgelegt.
Während im 16. Jahrhundert, einer englischen Quelle zufolge, neben dem Klerus nur Gelehrte und Ärzte in geringer Zahl Bücher besaßen, sind die Bücherwürmer heute kaum noch zu klassifizieren. Das Taschenbuch hat das Bücherlesen endgültig "demokratisiert". Zum ersten Male kann man Bücher vom Taschengeld kaufen. Der günstige Preis der Taschenbücher ist zu einem Teil der Werbung zu verdanken - der Werbung für das Taschenbuch und der Werbung im Taschenbuch, wie beispielsweise dieser Anzeige, die Ihre Aufmerksamkeit auf eine vorteilhafte Sparform lenken möchte.

(Q: Hans Eggers: Deutsche Sprachgeschichte 3) (1969)

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Beitragvon MMC » Sa Jul 30, 2005 11:38 pm

Bericht aus der Urzeit:

Wilhelm Speyers Novelle "Der Kampf der Tertia", der im Jahre 1953 sogar verfilmt wurde, findet sich als rororo Taschebuch fuer die Jugend (Nummer 17, 1959, 1. Auflage 1950):

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Auf Seite 90 wird der Erzaehlfluss, fuer den Leser dieses Stanges erwartungsgemaess, unterbrochen durch eine nette Zeichnung und dem Wort "Zwischenbemerkung":

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(Man beachte auch das Graffito Seid gut zu Tieren.)
Aber, statt der ueblichen P&K-Werbung auf der naechsten Seite findet sich der Hinweis:

Der motorisierte Leser ist gewiss auch gut zu seinem geliebten Kraftfahrzeug und gibt ihm stets den Kraftstoff, den es liebt: A R A L das klassische Benzol-Gemisch.


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Als netten Nachschlag findet sich auf der letzten Seite noch Werbung fuer eine Schoenheitscreme:

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So jung moechte man noch einmal sein und wissen, was man heute weiss: Man kann gar nicht frueh genug damit beginnen, sich auch jung zu erhalten durch ... Creme Mouson (mit Tiefenwirkung).


Diese Kombination Aral/Mouson findet sich auch noch in anderen Buechern (mit wechslendem Text).
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Beitragvon Dr. Dralle » Di Aug 02, 2005 12:11 pm

hier sind zwei weitere perlen die ich im verstaubtesten teil meiner büchersammlung gefunden habe:

richard gordon
hilfe! der doktor kommt

klappentext hat geschrieben:die geschichte der karriere eines jungen artztes, dessen weg vom letzten assistenten auf der unfallstation von st. swithin bis zum großen chirurgen zwar dornig, aber voller abenteuer und rivalitaeten ist, die oft auch galanten ursprung haben. selbst den griesgrämigsten leser wird die lektüre dieser mit humor stark versetzten seiten unweigerlich zum lachen bringen.

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kurt tucholski
zwischen gestern und morgen
eine auswahl aus seinen schriften und gedichten
rororo
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Beitragvon Gast » Mi Apr 19, 2006 3:57 pm

Neulich im Zug fan ich ein vergessenes Büchlein;

B. M. GILL
Othellos letzte Probe



Der Inhalt is nicht der Rede wert, so daß ich es bald wieder in der S-Bahn aussetze, jedoch möchte ich Ihnen einige der handelnden Personen und die Werbung nicht vorenthalten:

rororo hat geschrieben:
    Die Hauptpersonen
    Saily Gray lebte nur ein kurzes, aber erfülltes Leben
    Rachel Gray kann den Mord an ihrer nicht überwinden - Rache beherrscht ihre Gedanken
    Maggie McKendrick wird ihr Beruf zum Verhängnis
    Dr. Paul McKendrick lernt, mit dem Schmerz zu leben und Rachegelüste zu überwinden
    George Webber liebt seine Geige, die Musik im allgemeinen, seine querschnittgelähmte Frau
[...]




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Öchel

Beitragvon Weltalltag-Man » Mo Nov 06, 2006 8:55 pm

Gerade mit einem Büchlein über Ringelnatz durch, auf den letzten Seiten werden seine Malereibemühungen geschildert, die auf einer Auktion 1923 eineinhalb Mio. Mark einbrachten (umgerechnet 50 Dollar). Zehn Jahre später dann Auftrittsverbot, Kunst als entartet deklariert, Tod. Gottseidank kam zur Versöhnung noch dies hier vor Zeittafel und Bibliographie:

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[Edit: Reinbek, 1980.]
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