Viele werden es noch gar nicht wissen: die japanische Nation wird seit Monaten in Atem gehalten von einem jungen arktischen Seehund, der sich im August letzten Jahres in der Nähe von Tokio angesiedelt hat. In der Jahresbilanz der japanischen Nachrichtenthemen des Jahres 2002 gehörte der Kleine (sagt man eigentlich zu Seehundjungen auch: Welpe?) schon zu den Top Ten. <a href="http://www.washtimes.com/world/20030203-80781395.htm" target="_blank" class="postlink">Tama-chan</a> - denn das ist der Name, den ihm die Medien gegeben haben - hat die japanische Nation verändert.
Die beiden Flüsse, in denen er sich bewegte, gehören zu den verschmutztesten überhaupt - Tama-chans wegen haben die Japaner nun begonnen umzudenken und den Umweltschutz auf die Tagesordnung gesetzt. Eine blühende Tama-chan-Merchandising-Industrie stemmt sich der japanischen Rezession zumindest entgegen. Depressive fanden durch Tama-chan zu neuem Lebensmut. Menschenrechtsgruppen wie etwa die <a href="http://www.gutteridge.info/tamachan" target="_blank" class="postlink"><i>Friends of Tama Chan</i></a> fanden sich in seinem Namen zusammen, um für die Besserstellung von in Japan lebenden Ausländern zu kämpfen. Amerikanische Tierschützer, die Tama-chan mit einer List entführen wollten, um ihn zurück in die Arktis zu bringen, wurden von der aufgebrachten japanischen Bevölkerung dabei ertappt und <a href="http://www.cbsnews.com/stories/2003/03/11/tech/main543577.shtml" target="_blank" class="postlink">daran gehindert</a>.
Wochenlang war Tama-chan danach verschwunden. Doch nun ist er wieder gesichtet worden - gestern, mit einem <a href="http://www.japantoday.com/e/?content=news&cat=1&id=258854" target="_blank" class="postlink">Angelhaken im Auge</a>! Breit wurde in den Nachrichtensendungen darüber berichtet, erregt debattierten in ihnen Experten über die Frage, ob und wie Tama-chan geholfen werden könne bzw. müsse. Ein Krisenstab von Zoologen und örtlichen Behördenvertretern ist erst heute wieder zusammengetreten. Der feige Angler, dessen Haken Tama-chans Augenlicht zerstört hat, hat sich hoffentlich schon selber gerichtet (Harakiri). Falls nicht, wird die japanische Polizei seiner hoffentlich sehr bald habhaft werden.


