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Gesprächstourist
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Beitrag von Gesprächstourist »

Sehr geehrter Herr Bob,

auch wenn Sie meinen längeren Beitrag an Sie nicht zum Anlass genommen haben, eine Reaktion zu zeigen (neinnein, Sie müssen nicht, es gibt hier keinen Antwortzwang, nö), so antworte ich doch gerne ein weiteres Mal auf den Ihren.
bob hat geschrieben:man mag bush für dumm halten, ich tue es nicht.
ein gehöriges mass an bauernschläue traue ich ihm durchaus zu.
Schön, dass Sie dieser Meinung sind. Es hilft nur nicht weiter. Weil dieser Bauer sich anschickt, viele menschen umzubringen.

"Bauernschläue" hat übrigens erstens nichts mit Intelligenz zu tun und zweitens nichts mit dem Nichtvorhandensein von Dummheit, sondern damit, dass der Betreffende dicke Kartoffeln erntet, wo er selbst keine gepflanzt und daher keine erwartet hat.
bob hat geschrieben:er hat keinen ernst zu nehmenden gegner. also narrenfreiheit. würde er diese nicht schamlos ausnutzen, er wäre kein profi.
Eine merkwürdige Art der "Profi-Definition", aber jedem nach seinem Geschmack. Skrupellos = Profi. Profi = einer, der dies ausnützt. Na ja. Eine bemerkenswerte Logik eben.

Sicher ist: Er hat keine ernst zu nehmenden Waffen von Gegnern zu fürchten, das ist alles. Daher die "Narrenfreiheit". Aber warum gestehen Sie ihm diese eigentlich zu, wo Sie doch soeben noch bekundeten, dass er kein Narr (also nicht dumm) sei?

Ist es möglich, dass auch Sie dem Prominentenbonus unterliegen? Kann es sein, dass es für Sie nicht sein darf, dass der Weltherrscher so dumm ist, dass sich die Balken schon nicht mehr biegen können? Was man üblicherweise nur Lügnern nachsagt. Macht aber letztlich keinen Unterschied.

Es ist ein Klischee, wonach daran, dass irgendjemand es geschafft hat, ganz nach oben zu kommen, auch irgendwas Großartiges aufweist, geleistet hat, außergewöhnliche Qualitäten besitzt.

Es gibt einen Haufen Saudumme, die ohne jede persönliche Grundausstattung sehr populär oder gar mächtig geworden sind. Eine Aufzählung erspare ich allen. Es ist zu langweilig.

Aber dass Bush irgendwie doch nicht so doof sei ... hm ... ach ja, Kohl war übrigens Akademiker! Und Idi Amin hatte einen Sohn, den er irgendwie gern mochte.
bob hat geschrieben:doch, ich verlange anstand in der politik, aber ich erwarte keine. )
Wie ist das nun wieder zu verstehen?

Dass Sie ständig zwischen Optimismus und Resignation hin und her pendeln?

Mensch, stehen Sie doch mal gerade, Mann. Bauch rein. Augen nach links (von mir aus auch nach oben).

Ihr Manöverbeobachter GT
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Beitrag von Gesprächstourist »

London (Reuters) - Das Waffendossier Iraks wird die USA nach Ansicht von Militärexperten nicht davon abhalten, Iraks Präsident Saddam Hussein mit einem Krieg zu stürzen.
Zuletzt geändert von Gesprächstourist am 11. Dez 2002, 07:08, insgesamt 1-mal geändert.
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Beitrag von Gesprächstourist »

Spiegel online

USA drohen mit atomarem Gegenschlag

Die USA sind offenbar zu allem bereit. Condoleezza Rice und Tom Ridge, die Nationalen Sicherheitsberaterin und der Leiter des Sicherheitsministeriums der USA, haben ein Papier entworfen, in dem potenzielle Angreifer Amerikas mit einem atomaren Gegenschlag gedroht wird.
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Larifari
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Beitrag von Larifari »

Ich kann durchaus nachvollziehen, daß man den USA in großem Maße kritisch gegenübersteht. Man sollte sich allerdings vor Vereinfachungen hüten. Zunächst einmal würde ich behaupten, daß, auch wenn es sowohl im Afghanistankrieg als auch im Irak primär um wirtschaftliche Interessen ging bzw. geht (sekundär auch um die Klärung von Rangfolgen und Einflußgewinn in Asien), die amerikanische Wirtschaft kein einheitliches Interesse an einem Krieg am Golf hat. Dieses Interesse besteht in erster Linie bei den amerikanischen Ölmultis (wo die Familie Bush ja involviert ist) und der Schwerindustrie und auch einigen anderen. Andere Teile der Wirtschaft fürchten zu hohe Kosten für den Krieg. Auch im Militär ist die Meinung nicht einstimmig für den Irakkrieg. In der momentanen Situation herrscht aber eben schon eine ziemliche Inquisitionsstimmung, die abweichende Meinungen in eine Front mit dem "internationalen Terrorismus" stellt.
Zur Frage der "relativ unpolitischen" Amerikaner: Man hört in den deutschen Medien (und vermutlich auch in den amerikanischen) viel zu selten von den regelmäßig in Amerika stattfindenen Anti-Kriegs-Protesten.

Was mich beim durchlesen des Threads insbesondere gestört hat, war die fehlende Diskussion über die Rolle der anderen "Mächte" in diesem Konflikt. Im Verhältnis zu Amerika wird Deutschland besipielsweise viel zu oft eine treudoofe Vasallenrolle zugeschrieben. In der Tat können es sich weder Deutschland noch andere Staaten leisten, ihre eigenen ökonomischen Interessen ihrer eigenen beschissenen und nich weniger als die amerikanische geldgeilen Wirtschaften in einem offenen Konflikt mit den USA durchzusetzen, weswegen sie, um ab und zu ein Stück vom Kuchen abzubekommen, eben auch ab und zu mitmachen müssen. Die momentane Anti-Kriegs-Haltung einiger Regierungen in Europa geht daher nicht nur auf z.B. Wahlkampferwartungen in Deutschland oder gar auf besondere europäische Besonnenheit und Friedensliebe, sondern auf handfeste ökonomische Interessen zurück. Momentan wird, wo weit ich weiß, hier kann ich mich aber auch durchaus täuschen, das Öl aus dem Irak aus dem Programm "Öl für Lebensmittel" an ELF verkauft - einen europäischen Konzern. Der größte Teil des Außenhandels, z.T. eben auch mit Öl, von anderen Schurkenstaaten (Libyen, Iran) oder in deren Nähe gebrachten Staaten (Syrien) findet mit Staaten der EU oder mit Rußland statt. Kein Wunder, daß die USA da etwas ändern wollen, kein Wunder aber auch, daß die Europäer daran nichts geändert wissen wollen, während sie an anderen Stellen durchaus bereit sind, ein paar Länder in Schutt und Asche zu legen.

Zum Schluß noch ein Artikel über die soziale Zusammensetzung der US-Truppen und deren Folgen für die Schlagfähigkeit der Truppe aus der jungen Welt. Besonders im letzten Absatz wird's eklig.
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Saftpresse
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Beitrag von Saftpresse »

"Ein durchschnittlicher US-Haushalt wendet bereits 90 Prozent des für Ernährung vorgesehenen Teils seines Budgets für Fast-Food auf. "

Ihh...

Zur Irakpolitik der Europäer: Habe kürzlich einen Bericht gesehen, in dem dargestellt wurde, dass französische Ölfirmen vom status quo im Irak profitieren und diese Stellung durch einen Irak-Krieg gefährdet würde - also konträr zu den Interessen der Amis und Briten läuft. Die Franzosen haben wohl auch ganz gute Diplomatische Beziehungen zum Irak... Hatte erst gedacht, dass die Franzis politische Gründe für ihre Haltung im Sicherheitsrat hätten. Tja, man soll sich keine Illusionen machen... Deutsche Ölfirmen sollen da keine Interessen haben. Ob ansonsten die deutsche Wirtschaft von einem Irak-Krieg profitieren würde, vermag ich nicht zu sagen. Weiß jemand was darüber?
die sagenhafte Saftpresse...

...vermöbelt gerne Büttenredner.
bob
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Beitrag von bob »

sehr geehrter gt !

ich hatte ihnen durchaus geantwortet, offensichtlich jedoch anders als sie erwartet haben. mal schön !

sie hatten in ihrem -tatsächlich längeren- beitrag alles gesagt. ich teile ihre sicht. und neige, das ist wahr, zur resignation.

zur dummheit : einen schlicht "dummen" unterschätzt man schnell. das ist gefährlich. promibonus ? seien sie hiermit öffentlich versichert, ich verachte alles und jeden, manchmal sogar mich selbst... :D

zum 11.9. kurz : "das bisschen krieg" und so weit weg dazu hätte bush einer weitgehend uninteressierten öffentlichkeit, hier wie dort, auch billiger verkaufen können. zb, schlicht, mit dem versprechen von stabilen benzinpreisen (golf,91). insofern glaube ich der offiziellen version.

politik verstehe ich -ganz simpel- als das vertreten der eigenen interessen.politiker, da bin ich überzeugt, ticken so. die sind knüppelhart.profis halt. im falle bush :wenn er an sich reisst was er kriegen kann, dient es nicht nur diversen (öl)konzernen, sondern letztlich der amerikanischen vormachtsstellung, dem lande halt. das mag ich als nichtamerikaner zum kotzen finden, andererseits: das ist sein beruf. alles andere würde ich für romantisierend halten...


soweit, lieber gt, -aber alle andern eben auch !! (so wars gemeint)- meine antwort, und jetzt:
essen gehn !!
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Larifari
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Beitrag von Larifari »

bob hat geschrieben:im falle bush :wenn er an sich reisst was er kriegen kann, dient es nicht nur diversen (öl)konzernen, sondern letztlich der amerikanischen vormachtsstellung, dem lande halt. das mag ich als nichtamerikaner zum kotzen finden, andererseits: das ist sein beruf. alles andere würde ich für romantisierend halten...
Heißt das, Sie würden den Irakkrieg geil finden, wenn Sie Amerikaner wären? Oder wenn Europa bzw. Deutschland für ihre Interessen in den Krieg ziehen? Denken Sie, daß alle Amerikaner Krieg toll finden, solange er amerikanischen Interessen dient? :twisted:
bob hat geschrieben:und jetzt: essen gehn !!
Guten Appetit!
Gast

Beitrag von Gast »

lieber larifari !

ich behaupte, die mehrheit interessiert sich nichtmal. sondern eigentlich nur für sich selber...den eigenen geldbeutel, die bequemlichkeit...

klingt vielleicht verbittert...
ja, ich bin heute mal arg bitter ( aber satt ! :wink: )
bob
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Beitrag von bob »

wupps !!
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Saftpresse
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Beitrag von Saftpresse »

bob hat geschrieben:zum 11.9. kurz : "das bisschen krieg" und so weit weg dazu hätte bush einer weitgehend uninteressierten öffentlichkeit, hier wie dort, auch billiger verkaufen können. zb, schlicht, mit dem versprechen von stabilen benzinpreisen (golf,91).
Also für so blöd halte ich nicht mal die Amerikaner, dass sie stabile Benzinpreise für ein ausreichendes Argument für Krieg halten! Außerdem hat sich Larifari ja schon dazu geäußert, dass die amerikanische Öffentlichkeit gar nicht soo einfach zu überzeugen ist! (Bzw. war?)
die sagenhafte Saftpresse...

...vermöbelt gerne Büttenredner.
bob
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Beitrag von bob »

liebe saftpresse !

91 wurde das durchaus eine zeit lang zugegeben. (mich hatte der krieg damals persönlich betroffen, mich hat er quasi erst politisiert ). auch die proteste habe ich noch im gedächtnis : es hat leider nicht gereicht...
bob
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Beitrag von bob »

lieber gt !

sie haben durchaus recht, ich hatte den nächsten schritt vor dem eigentlichen getan. war ganz bei der sache an sich und hab, mal wieder , die kommunikation drüber vergessen.

ich mühe mich...
Gesprächstourist
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Beitrag von Gesprächstourist »

Sehr geehrter Herr Larifari,
Larifari hat geschrieben:Ich kann durchaus nachvollziehen, daß man den USA in großem Maße kritisch gegenübersteht. Man sollte sich allerdings vor Vereinfachungen hüten.
Nun, und das ist absichtlich polemisch gemeint: Die Vereinfachungen finden sich vor allem in der amerikanischen Außenpolitik wieder.

Aber ich bin in weiten Teilen derselben Meinung wie Sie.

Aber was ändern die Differenzierungen an einem barbarischen Automatismus (die obigen Pressemeldungen waren übrigens vollständig authentisch zitiert)?

Und, sehen Sie, hier geht es schon los:
Larifari hat geschrieben:Zunächst einmal würde ich behaupten, daß, auch wenn es sowohl im Afghanistankrieg ...
... den es offiziell nicht gibt! Es ist nämlich ein Kampf gegen den Terrorismus! Inzwischen hat sich aber die realistische Lesart durchgesetzt, die ich von Anfang an praktizierte. Denn es ist eben ein Krieg. Ein völlig illegitimer. Und deshalb hatten Sie es absolut richtig benannt.
Larifari hat geschrieben:Man hört in den deutschen Medien (und vermutlich auch in den amerikanischen) viel zu selten von den regelmäßig in Amerika stattfindenen Anti-Kriegs-Protesten.
Nahezu nichts (gemessen an der Bedeutsamkeit der Ereignisse). Wobei auch dies nichts daran ändern würde, dass ein amerikanischer Präsident samt Lakaien durchdreht. Jeden Tag neue Schwachsinnsmeldungen.

Es ist ein nahezu unfassbarer Akt, dass ein Exponent (der mächtigste der Welt) einen Krieg offiziell plant und inszenieren will, der von vornherein mit dem Tod von Tausenden von Menschen hochgerechnet werden kann. Diese Art von Zynismus ist neu in der so genannten zivilisierten Welt. Bislang galt die Maxime: Abschreckung und Verteidigung. Was darunter bisweilen verstanden wurde, hat bereits in den 80-ern beinahe zu einer Katastrophe geführt.

Aber dass ein "Präventivschlag" von einem Staat der demokratischen und freien Welt (auf die Anführungszeichen verzichte ich), der eh über die militärische Hoheit verfügt, so eiskalt und generalstabsmäßig öffentlich geplant und propagiert wird, entspricht der Steinzeit. Oder ist eher nicht mehr kommentierbar.

Ihr GT.
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Beitrag von Gesprächstourist »

Sehr geehrter Herr Bob,
bob hat geschrieben:ich hatte ihnen durchaus geantwortet, offensichtlich jedoch anders als sie erwartet haben. mal schön !
Das ist ja noch schöner! Sie haben gefälligst *aufgeregtanmeinemcocktailschlürfend* so zu antworten, wie ich es erwarte. Ist ja die Höhe!!
bob hat geschrieben:sie hatten in ihrem -tatsächlich längeren- beitrag alles gesagt. ich teile ihre sicht. und neige, das ist wahr, zur resignation.
Kopf hoch, junger Mann, nehmen Sie einen Zug aus meinem zweiten Trinkhalm...
bob hat geschrieben:zur dummheit : einen schlicht "dummen" unterschätzt man schnell. das ist gefährlich. promibonus ?
Das hatte ich nie gesagt. Und nie unterschätzt.

Denn Dumme sind als nicht gefährlich genug einzuschätzen. Siehe Adolf, unser ewiges Haustier. Nicht umsonst sagt das volkstümliche Bonmot, gegen Dummheit sei kein Kraut (eben kein Mittel) gewachsen. Kretins wissen nicht, was sie anrichten, und sind somit Zeitbomben, sobald sie in Entscheidungspositionen kommen.
bob hat geschrieben:zum 11.9. kurz : "das bisschen krieg" und so weit weg dazu hätte bush einer weitgehend uninteressierten öffentlichkeit, hier wie dort, auch billiger verkaufen können. zb, schlicht, mit dem versprechen von stabilen benzinpreisen (golf,91). insofern glaube ich der offiziellen version.
Nochmals: Es geht nicht um alberne Verrschwörunstheorien, um Indianer-und-Trapper-Spielchen, aber: einen wirklichen Krieg, einen richtigen schönen Krieg mit allem Drum und Dran und Sterben und Gliedmaßenabschnippsen, den muss man den Leuten erstmal wieder verkaufen. Und wenn, was unbestreitbar stattfindet (seriöse Informationen darüber finden Sie an allen Internet-Orten), einige hunderttausend Amerikaner (insgesamt, leider nicht noch mehr) bereits vor dem ersten Schuss demonstrieren gehen, was beim Vietnamkrieg trotz vieler Tote auch nach einigen Jahren absolut nicht der Fall war, so kann man von einer "uninteressierten" Öffentlichkeit wohl nicht ganz sprechen, eher von einer von Ignoranz zerfressenen Regierungsclique, die ihren sollipsistischen Weg geht.
bob hat geschrieben:politik verstehe ich -ganz simpel- als das vertreten der eigenen interessen.
Hier haben Sie, und dies sicherlich ohne Absicht, die Bankrotterklärung der Politik und ihrer Bestimmung formuliert. Wäre es tatsächlich so (möglicherweise sind wir nicht allzu sehr davon entfernt), so lautete die Konsequenz nur: sämtliche Parlamente und öffentlichen Gremien auf der Stelle abschaffen.

Die Interessenverbände würden dann sofort nachrücken und ihre Interessen gegnüber anderen Interessengruppen durchsetzen. Eine Verfassung (wie das Grundgesetz es letztlich ist) wäre überflüssig.
bob hat geschrieben:politiker, da bin ich überzeugt, ticken so.
Das scheint mir auch so. Aber schlimm genug. Deshalb muss man es nicht zum Standard deklarieren.
bob hat geschrieben:die sind knüppelhart.profis halt.
Eine etwas merkwürdige Logik.

Was, bitteschön, macht einen Menschen zum "Profi", nur indem er "knüppelhart" ist? Meines Erachtens ist eine/r ein Profi, wenn er/sie das Metier versteht, Sachkenntnis hat. "Knüppelhart" zu sein bedarf keiner Sachkenntnis.

Aber vielleicht haben Sie hier einen interessanten Punkt getroffen: Wer sich knüppelhart darstellt, wird mit Profitum gleichgesetzt. Daher diese Lackaffengesellschaft (erkennt man an penetrantem Cocktailtrinken) aus dem lachhaften New-Market-Kaspertheater, die sich durch Dreistigkeit Respekt und damit Erfolg verschafft haben.
bob hat geschrieben: das ist sein beruf. alles andere würde ich für romantisierend halten...
Ich möchte Sie an dieser Stelle bewusst – aber nur zur Verdeutlichung – falsch verstehen:

Menschen wie Sie und ich, die, wie heute in den offiziellen Nachrichten zu hören und zu sehen war, mit der Möglichkeit eines "präventiven Atomschlags" gegenüber einem Land konfrontiert wurden, das wahrscheinlich nicht ein (in Zahlen: 1) Prozent der Massenvernichtungswaffen der USA besitzt, sind Romantiker? Und Azubis?

Gegenüber einem professionellen Kriminellen? Einem Kriegsverbrecher mit Ansage? Spielen Sie übrigens Skat? Dieses Spiel ist ehrlicher, da muss man wenigstens vorher durch das "Reizen" einen Teil seiner Absichten offenbaren.

Irgendwie gerät die Logik heutzutage aus den Fugen. Und insofern halte ich es immer mehr mit Pelzerscher Pubertätspropaganda (schulligung, Herr Pelzer, so viel Albernheit muss sein), wonach man derartige Ereignisse nicht mehr ernsthaft behandeln kann, sondern der Lächerlichkeit preisgeben muss.
bob hat geschrieben: und jetzt: essen gehn !!
Und das, lieber Herr Bob, werde ich heute Abend auch tun. Und es ist ganz aufrichtig gemeint: Ich hoffe, dass es uns beiden schmeckt. Denn was soll's?

Ihr GT

PS.: Tut mir Leid, ich wollte ein wenig ausführlicher schreiben, aber die Zeit... Sie wissen schon.
Wer's nicht glaubt, wird selig
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Saftpresse
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Beitrag von Saftpresse »

bob hat geschrieben:91 wurde das durchaus eine zeit lang zugegeben.
Was genau meinen Sie jetzt damit?
die sagenhafte Saftpresse...

...vermöbelt gerne Büttenredner.
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