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Re: Freiburger KÜKATOR

Verfasst: 25. Jul 2007, 09:42
von Freiburger Satire-Küken
Hallo erstmal !
Am 1.8. will ich nach Lüneburg fahren und habe mir schon eine Platzkarte gekauft. Nun hoffe ich, dass der Lokführerstreik erst danach beginnt - aber besser wäre es, wenn es nicht so weit kommt. Mit dem Radl würde ich für die Strecke mindestens eine Woche brauchen. Nehmen wir an, der Streik beginnt am 2.8. und dauert mehrere Wochen.
Von Lüneburg wollte ich gern auch noch mal einen Tag nach Hamburg fahren. Wenn das per Zug nicht geht, kann ich ja einen alten Holzkahn nehmen. Solches Gefährt liegt im Hafenviertel der Altstadt und wird für Ausflugsfahrten benutzt. Darin könnten wir die Ilmenau hinunterschippern, dann bei der Mündung gegenüber vom Ah-Kah-Weh "Krümmel" in die Elbe eintauchen und dann nochmal 30 km bis zum Hamburger Hafen (St. Pauli Landungsbrücken) fahren.
ciao, euer Kükator

Re: Freiburger KÜKATOR

Verfasst: 25. Jul 2007, 10:19
von Freiburger Satire-Küken
Hallo erstmal !
Es fällt mir gerade ein, dass ich noch nie über den Beginn meiner 3-jährigen Zeit als Hotelfreak auf der Insel Langeoog berichtet habe !
Zwar konntet ihr schon viele von mir verfasste Geschichten aus dieser Lebensphrase hier lesen - aber kommen wir jetzt zum Beginn :

Am 30.7.1978 verließ ich Lüneburg und fuhr auf die Insel zurück. Kam nachmittags dort an und marschierte mit meinen 2 Koffern und der Gitarre zum Hotel. Setzte mich auf einen Stuhl neben der Rezeption und wartete 2 Stunden auf meinen neuen Chef. Dabei unterhielt ich mich mit einer etwas hektischen Angestellten namens Gaby 1. Endlich kam der Chef. Ich nenne ihn hier mal Joe, weil er damals so aussah wie Joe Cocker heute. (nur war unser Chef noch sehr viel dicker). Joe war nicht so gut drauf - er erklärte mir nochmal einige Dinge und danach führte mich Gaby 1 in das Dachgeschoss des Hotels, wo sich die Personaletage befand. Ich bekam ein kleines Einzelzimmer, welches 6 Meter lang und ca. 1,70 Meter breit war - irgendwie gemütlich.
Spätabends lernte ich dann fast alle Angestellten des Hotels kennen :
Neben dem Chef, der auch Chefkoch war, begegnete ich :
Horst (Kellner), Petra 1 (Kellnerin und Freundin von Horst), George (Küchenangestellter), Ringo (auch Koch), Dieter (Kellner und sehr trinkfest), Betty (Hausmädchen), Lizzy (Geschäftsführerin des Restaurants "Jever-Faß", welches zum Hotel gehörte und sich im Keller des Hauses befand), und dann die Auszubildenden Moni, Elsa, Petra 2, Gaby 2 sowie meine Wenigkeit. Und innerhalb der nächsten Monate sollte es noch viele Ab - und - Zugänge geben.
Am 31.7. mußte ich offiziell ja noch nicht arbeiten und trieb mich fast den ganzen Tag am Strand herum, um einen der wenigen Sonnentage jenes verregneten Sommers 78 voll zu genießen. Abends kam ich ins Hotel zurück, um mit meinen neuen Kollegen zu speisen. Jemand fragte mich, warum ich nicht schon heute mitgeholfen hätte. Nun ja - der Abend ging weiter und ich trank noch ein Bierchen im Jever-Faß ein wenig mißtrauisch beäugt von Lizzy, die sich über mein freakiges Outfit wunderte und nichts Gutes für den nächsten Tag erwartete.
Am 1.8. wurde ich dann ins kalte Wasser geworfen - denn : es ging los !
später mehr dazu, ciao, euer Kükator

Re: Freiburger KÜKATOR

Verfasst: 25. Jul 2007, 10:28
von Freiburger Satire-Küken
Hallo erstmal !
Und nicht zu vergessen : bei uns im Hotel arbeiteten noch weitere Angestellte : Halil und seine Frau Kafir, Meintje, der ehemalige Obdachlose und natürlich Mary und ihr Mann Willen (der mit dem Spruch : Isch bin der Willem aus Erkelenz und isch kanne Katze nachmachen).
Die letzten 5 waren damals schon so um die 50 Jahre alt, alle anderen vom Personal zählten ca. 17 - 33 Jahre. Ich selbst war 21.
ciao, euer Kükator

Re: Freiburger KÜKATOR

Verfasst: 26. Jul 2007, 09:53
von Freiburger Satire-Küken
Hallo erstmal !
Gestern sah ich zunächst einen hervorragenden Film mit Ulrich Mühe in der Hauptrolle - "Der Doppelte Goebbels" oder so ähnlich war der Titel. Schade, dass dieses Schauspielgenie nicht mehr unter uns weilt.
Danach hatte ich das Vergnügen, nach 5 Jahren wieder mal einen Spielfilm mit Audrey Tautou in der Hauptrolle zu sehen. Titel "Happy End" - auch wenn schon 2003 in New York gedreht, war ich erstaunt über solch heftige Ausstrahlung jener Künstlerin. In dem Streifen "Die fabelhafte Welt der Amelie" wirkte sie noch etwas überspannt und gekünstelt. Sie hat sich weiterentwickelt und ich kann ohne Übertragung sagen :
Audrey Hepburn hat eine würdige Nachfolgerin gefunden und wir sind gespannt, was da noch cinematografisch auf uns zukommt !
ciao, euer Kükator

Re: Freiburger KÜKATOR

Verfasst: 26. Jul 2007, 10:22
von Freiburger Satire-Küken
Hallo erstmal !
Fortsetzung :
Am 1.8. 1978 stieg ich die Treppen hinab zum Personal-Frühstücksraum und ahnte nichts Gutes. Es begann mein erster Arbeitstag in der Hotel-Keller-Gaststätte "Jever Faß". Am Tisch wurde ich zunächst freundlich begrüßt. "Guten Morgen, Herr Professor ! Dann wollen wir gleich mal schaun, wie dir die Arbeit bei uns so schmeckt !" und ähnliche Sprüche hellten mein Gemüt auf. Ich erwiderte in Gammlermanier :"Hi Freaks, alles easy ? Schönes Wetter heute !"
Um 10.oo gingen wir zusammen hinter den 7 Meter langen Tresen und Lizzy begann, mir innerhalb von 20 Minuten 1000 Dinge zu erklären. Sie wies mich draufhin, dass ich schnell zu arbeiten hätte und das Team meiner ausgeflippten Wenigkeit schon die Hammelbeine lang ziehen würde, wenn ich den Betrieb aufhielte.
Von dem Erklärten waren weniger als 1% in meinem Gedächtnis hängen geblieben.
Gegen 12.00 begann der Streß. Ich sollte gleichzeitig 10 Teller mit Fertigportionen aus dem im Tresenbereich befindlichen Essensaufzug herausholen und 2 Tabletts mit 17 versch. Getränken richten. Nun wußte ich überhaupt nicht, wo sich die Getränke befanden und die Kellner standen am Ende des Tresens schon leicht zähneknirschend Schlange. Lizzy nahm ein leeres Tablett und stellte sich drohend vor mir auf. Später mehr dazu; ciao, euer Kükator

Re: Freiburger KÜKATOR

Verfasst: 27. Jul 2007, 10:21
von Freiburger Satire-Küken
Hallo erstmal !
Fortsetzung :
So gegen 13.oo versank ich langsam aber sicher im totalen Chaos ! Ich stellte die verkehrten Getränke auf die Tabletts, gab meinen kellnernden Kolleginnen und Kollegen meistens die falschen Teller auf die Hände und zappelte nervös herum wie ein Huhn aus Extacy. Lizzy schlug mir zwar nicht das Tablett um die Ohren, aber wiederholte ihre Drohung mehrfach, solches doch zu tun. Gegen 14.oo näherten wir und erschöpft der Mittagspause. "Henry, ruf in der Küche an und sag denen, was du essen willst und dann pflanz dich an den Personaltisch !" So tat ich und war erstaunt über die gute und gesunde Mahlzeit. Über die nächsten 3 Jahre sollte ich diesbezüglich nie etwas zu beanstanden haben, denn der dicke Joe kochte hervorragend ! Bis 17.oo war dann Mittagspause, die ich damit verbrachte, mich am Strande herumzutreiben, wo ich Olli kennenlernte, den damals 17jährigen jüngsten Sohn meines Chefs. Er sah nicht nur aus wie ein Freak - er war auch wirklich einer. Wir wurden gute Freunde. später mehr dazu, ciao, euer Kükator

Re: Freiburger KÜKATOR

Verfasst: 28. Jul 2007, 10:32
von Freiburger Satire-Küken
Hallo erstmal !
Im Moment ist der Dalai-Lama in Freiburg und weiht ein Buddha-Zentrum ca. 150 Meter südlich des Internet-Cafes ein, in welchem ich mich gerade befinde !

Heute Nacht sah ich eine TV-Sendung, die mir irgendwie gefiel. Im NDR brachten sie "Inas Nacht" - so`ne Art intellektuelle Version der nicht mehr existenten "Haifischbar-Show". Auch diesmal findet alles in einer Hamburger Piratenkneipe statt, die aber viel kleiner als die ursprüngliche ist. Moderatorin Ina Müller kommt mir als eine Mischung aus Doris Day, Ingrid Steeger und Margarine Schreinemakers optisch und verbal rüber. Gäste waren Reinhold Beckmann und Helmut Lotti, der symphatische Sänger aus Belgien. Weiter so !

In USA macht eine "Todes-Katze" ein Krankenhaus und die Medien unsicher. Wenn irgendjemand dort stirbt, weiß es dieser 2 Jahre alte Kater immer genau ca. 4 Stunden vorher und zieht dann jedesmal eine Schnurr - Scharr und Ballettshow ab. Und dann können die Pflegekräfte jeweils immer sofort die Angehörigen der Sterbenden anrufen. Da denke ich : wir brauchen hierzulande auch solche Katzen.
Vorschlag : warum nicht Vorhersage-Katzen im Bundestag einrichten, die immer genau vorher wissen, wann eine Regierung wieder mal abgewählt wird ?

ciao, euer Kükator

Dalai Lama

Verfasst: 28. Jul 2007, 14:35
von Freiburger Satire-Küken
Hallo erstmal !
Der Dalai Lama betrat in Begleitung einer riesigen Menschenmasse um 12.oo MESZ das Rathaus und erschien dann gegen 12.30 auf dem Balkon desselben freudestrahlend winkend. Diese Geste wurde mit Jubel der vielen Leute auf dem Rathausplatz erwidert.
Ich schaute mir das alles an und ging dann weiter. Dachte noch über die Todeskatze in USA nach und mir kam folgende Idee : ich leih mir so einen Papiertiger, der mir dann vorhersagt, wann endlich meine 22,5 jährige Singlezeit zu Ende geht !
ciao, euer Kükator

Re: Freiburger KÜKATOR

Verfasst: 29. Jul 2007, 14:51
von Freiburger Satire-Küken
Hallo erstmal !
Draußen beginnt gerade der Regen - eine in diesem Sommer äußerst seltene Wettererscheinung !
Später mehr zum Inselthema, ciao, euer Kükator

Re: Freiburger KÜKATOR

Verfasst: 29. Jul 2007, 15:38
von Freiburger Satire-Küken
Hallo erstmal !
Fortsetzung :
Am Abend ging das Chaos im Jever-Faß weiter. Jetzt kehrten die Menschenmassen zurück vom Strand und wollten gleichzeitig ihre Getränke und Mahlzeiten serviert bekommen. Kellner, Köche und Lizzy wirkten ziemlich gereizt und ich steigerte ihre Wut noch dadurch, dass ich zwischendurch noch ungewollt meine Freakshow durch lange Monologe, blöde Sprüche und Mr. Bean-artige Bewegungen abzog.
Dann setzte sich auch noch Olli an den Tresen und verlangte nach einer großen Cola. Er war der Einzige, der in dieser Situation noch ruhig blieb und mich mit allerlei Jokes aufzumuntern versuchte.
Nach 22.oo hieß es für die Gäste :"Küche aus !" und danach mußte ich nur noch die Getränke mischen. Aber jetzt wollten die Leute auf einmal unbekannte Dinge wie "Bommi Plaume", "Charly" und andere Spezialitäten süffeln, die mir fremd waren. Also ging das Chaos noch bis Mitternacht weiter - danach gabs nur noch Bier.
Am nächsten Tag ging das in diesem schrecklichen Stil weiter. Lizzys Verzweiflung über meine Arbeitskünste steigerte sich ins Methaphysische. Nachmittags am Strand traf ich meine alten Hippie-Freunde Marc, Millowitsch, Ramona usw. Sie kündigten an, mich mal im Jever-Faß zu besuchen. Auch mein ehemaliger Zimmergenosse Franzl vom Internat sagte einen Besuch an.
Abends war ein neuer Hilfskoch aus Holland eingestellt worden, der auch Joe hieß. Wir nannten ihr wegen seiner Vorliebe für Asbach Uralt "Weinbrand-Joe". Kurz nach 22.oo war die Küche aus und er bestellte bei mir per Telefon :"Henry, bitte mach mir ne Tagessuppe !"
Ich fragte ihn, was das denn sein sollte und er erwiderte :"Einen dreifachen Asbach !" Das tat ich und schickte ihm einen siebenfachen Asbach per Fahrstuhl nach oben.
später mehr, ciao, euer Kükator

der 7te Chaostag aus Langeoog

Verfasst: 30. Jul 2007, 10:15
von Freiburger Satire-Küken
Hallo erstmal !
Der 7te Tag war gekommen und heute sollte das Chaos im Hotel Germania und dem Restaurant "Jever-Faß"einen vorläufigen Höhepunkt erreichen !
Schon am Frühstücktisch spürte ich die Anspannung unter meinem Arbeitskollegen-Team. So gegen Mittag platzen dann einige ziemlich wild aussehende Internatsschüler rein und begrüßten mich. In Lizzys Gesicht spiegelt sich der Zorn.
Hatte noch vergessen zu erwähnen, dass am dritten Tag meiner Anwesenheit im Jever-Faß auch noch eine Kellnerin aus dem Urlaub zurückkam, die wir "Janni" nannten. Sie war manchmal recht lustig, zeitweise aber auch ziemlich cholerisch drauf.

Nachmittags ging ich zum Strand und traf Olli inmitten einer Gruppe neuer Internatsschüler. Ich hatte meine Gitarre mit und so kam eine gute Kommunikation zustande. Eine Weinflasche machte die Runde und so gegen 16.oo sangen wir Lieder von Iggy Pop und Velvet Underground - mancher Tourist fühlte sich angesicht unserer Klamotten in die wilde Hippiezeit der späten 60er Jahre zurückversetzt.
Einer der neuen Schüler wurde "Disco" genannt und sah so aus wie Thomas Anders heute. (Ex zweite Hälfte von D. Bohlen).
Um 17.oo gings im Jever-Faß weiter. Ich wußte, dass gleich irgendwas passieren würde :
Gegen 17.30 betrat eine große Schar ausgeflippter Internatsschüler den Raum und alle bestellten gleichzeitig :"Henry, schmeiß uns mal ne Ladung Bier rüber !" Ich zapfte ein Dutzend großer Biergläser und laberte in meiner freakigen Manier dabei mit den Leutchen. (über Hendrix, Timothy Leary, Lou Reed, Woodstock usw.) Es sei erwähnt, das zur gleichen Zeit ca. 100 Touristen das Lokal stürmten und sich an die gemütlichen Tische setzten. Sie riefen laut und frech nach dem Service und so kam richtig Stimmung in der Bude auf. Ich sollte für diese Gäste dann innerhalb von wenigen Minuten über 100 Getränke richten und auf die Tabletts stellen. Ich ließ es gemütlich angehen und unterhielt mich dabei mit Zappa, Marc, Disco, Millowitsch und Olli, der sich dazugesellt hatte. Unglücklicherweise machte ich dabei noch diese slapstickartigen Bewegungen und plötzlich stand Lizzy vor mir mit einem leeren Tablett. Ich sah dieses Objekt schon gefährlich auf mein Gesicht zukommen und dann ? Sie schlug das Tablett auf den Boden, haute mit der Faust auf den Tresen und schrie :"Er oder ich ! Einer von uns muß hier verschwinden !"
Dann lief sie die Treppe hoch ins Chefzimmer. Ich malte mir schon aus, wie das wäre, wenn ich in 10 Minuten meine Koffer packen würde.
Nach 20 Minuten kam der Chef runter und sagte :"Sie hat gekündigt ! Herr Henry, ein wenig mehr Disziplin bei der Arbeit und frohes Schaffen !"
Lizzy ward nie mehr gesehen. Ehrlich gesagt : sie war bei den meisten Gästen immer sehr beliebt gewesen - auch bei den Schülern.
Ich arbeitete noch bis Mitternacht weiter und mir war immer noch ganz mulmig zumute.
Am nächsten Tag erschienen die Frau und die Tochter des Chefs, um vorrübergehend die Leitung des Restaurants zu übernehmen. Ab sofort veränderte sich das Arbeitsklima. Die Chefin und ihre 18-jährige Tochter gingen sehr freundlich mit mir um und erklärten mir nochmal ganz in Ruhe, wo sich die Getränke befanden, die ich für die Service-Leute aufs Tablett zu stellen hatte.
später mehr, ciao, euer Kükator

Re: Freiburger KÜKATOR

Verfasst: 31. Jul 2007, 09:37
von Freiburger Satire-Küken
Hallo erstmal !
Freue mich über das baldige Erscheinen des "EDE-HÖRBUCHS" ! Obwohl Herr Stoiber demnächst die politische Hauptbühne verlässt, finde es echt klasse, dass u.a. auch mit Hilfe der hiesigen Redaktions-Elite die Ede-Mania weitergeht !
Denn was wäre unser teletubbistisches, satirisches Paralleluniversum ohne EDE ?
ciao, euer Kükator

Bin ab morgen nicht mehr hier, sondern einfach weg ! Wo ? 4 Wochen im Heimaturlaub in Lüneburg ! Nehme ich die Kükenausrüstung mit ?

Re: Freiburger KÜKATOR

Verfasst: 31. Jul 2007, 10:20
von Freiburger Satire-Küken
Hallo erstmal !
Die zweite Woche verlief wesentlich angenehmer für mich - als sogenannter Auszubildender des im Keller vom Germania-Hotel befindlichen Restaurantes "Jever-Faß". Es sei noch zu erwähnen, dass mein Chef noch ein zweites Restaurant an der ostfr. Küste besaß, welches vorher von der Ehefrau unseres Bosses und seiner Tochter geleitet wurde. Diese waren nun wegen der prekären Situation im Jever-Faß kurzfristig auch die Insel abkommandiert worden - zu meinem Glück ! Ich verwechselte bei der Arbeit immer noch unzählige Sachen, konnte aber diese Defizite durch meine verrückte Art und meine dummen Sprüche ausgleichen, die im Service-Team überwiegend wohlwollend akzeptiert wurden. Nur die Kellnerin Janni und ihre studierende Freundin Jutta aus Münster, die nach einer Woche bei uns anfing (Semesterferienjob) waren nicht gut auf mich zu sprechen, was ich allerdings zunächst nicht merkelte.
Ich wurde etwas weniger zappelig und hatte nach 22.oo einigermaßen alles arbeitsmäßig im Griff. So lernte ich dann auch unsere Stammgäste am Tresen kennen, u.a. die symphatischen Gebrüder Tüddeltack, auch Teefax und seine Schwester Doris, den meistens mit meinen Zapfkünsten unzufriedenen Ulli, der mit 40 wie Ende 60 aussah, dann den herzlichen und schlagfertigen Ulli aus Bielefeld, der gut Enten nachmachen konnte und mich an Jürgen von der Lippe erinnerte. Dann die 2 Freundinnen Lilo und Ulrike vom "Haus Herfordia, Harry Hirsch (Hobby-Comedian und ehemaliger Seefahrer, der ursprünglich aus Köln stammte), die nette Familie Wilken vom Friseurgeschäft, Gerold und Wilfried, die ich später noch näher kennenlernte und mich irgendwie (nicht optisch, aber in ihrem Verhalten) an Bud Spencer und Terence Hill erinnerten. Ich lauschte jeden Abend ihren Abenteuergeschichten, die sie auf der Insel nicht nur erlebt, sondern auch selbst eingefädelt hatten.
Der damals ziemlich freche, aber im Grunde genommen nicht unfaire Johnny, dessen Vater eine Langeooger Fußball-Legende ist. Dann ein Holländer Willem, der täglich bei uns war und allein lebte. Später sollte er bei einem Zimmerbrand auf tragische Weise ums Leben kommen.
Manchmal erschien das Ehepaar Gerdes, die das älteste Souveniergeschäft der Insel noch heute betreiben. Ich erlebte die Beiden nie unfreundlich. Eine wichtige Berufsgruppe aus der Insel sind bis heute die Pferdekutscher - wegen des absoluten Autoverbots auf Langeoog. Von diesen Jungs erschienen täglich nicht wenige bei mir am Tresen und ich kam mit ihnen nach einigen Anfangsschwierigkeiten gut aus. Sehr unterhaltsam auch die beiden Söhne des Inselbäckers, Carsten und Rainer. Der Sohn des Fotohändlers, auf der Insel "Guru" genannt, kam oft mit seinem Kumpel Mike vorbei. Mike war der ältere Sohn meines Chefs und hatte sich gerade einigermaßen von seinem schweren Motoradunfall erholt. Ich kam mit beiden gut aus.
Mir fallen bald noch mehr Leute ein.
Nach 2 Wochen sollte nun die erste Personalfeier am Strand über die Bühne gehen. Später mehr dazu,
miao, euer Kükator

Re: Freiburger KÜKATOR

Verfasst: 4. Aug 2007, 14:09
von Freiburger Satire-Küken
Hallo erstmal !
Melde mich aus dem Internetcafe am Ostbahnhof von Lüneburg-City !
Bleibe bis Ende August hier und werde von hier aus noch einige Ausflüge in die Umgebung machen - z.B. nach Hamburg und an die Ostsee. Klima ist hier super - weder Regenwetter noch Schwüle noch Hitze.
Lese gerade das neue Buch von Prof. Joachim Bauer (Prinzip Menschlichkeit) und
finde es toll, dass die Kneipen in Lüneburg und Freiburg jetzt relativ rauchfrei sind.
ciao, euer Kükator

Wie gings im August 1978 auf Langeoog weiter ? Dazu später mehr.

Re: Freiburger KÜKATOR

Verfasst: 4. Aug 2007, 14:36
von Freiburger Satire-Küken
Hallo erstmal !
Na, freut ihr euch über das Lebenszeichen des Kükens ?"
ciao, euer Kükator