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Re: Freiburger KÜKATOR

Verfasst: 6. Sep 2007, 17:04
von Freiburger Satire-Küken
Hallo erstmal !
Vor 30 Jahren begann im fast ganzen Land der "Deutsche Herbst". Aber wo nicht ? Auf der Insel Langeoog. Wir diskutierten zwar über die Ereignisse in der Schule mit unserem Deutschlehrer "Kralle" Auras - aber alles erschien uns so unendlich weit weg. Mich interessierte eher der Praktische Biologie-Unterricht - und diesbezüglich sollte ich noch fast 3 Jahre warten müssen.

Die SUPERNANNI war wieder da ! Und sie wird uns noch 17 Mal in der neuen Staffel an jedem Mittwoch erfreuen ! Auch diesmal hatte sie wieder eine harte Nuß zu knacken.

miao, euer Kükator

Re: Freiburger KÜKATOR

Verfasst: 7. Sep 2007, 10:00
von Freiburger Satire-Küken
Hallo erstmal !
Was passierte noch so alles während meiner 3-jährigen Zeit im Jever-Faß und im Hotel Germania auf der schönen Insel Langeoog ?
Mitte September bekam ich zunehmend Probleme mit der Kellnerin Janni. Warum ? Der freakige Juniorchef Olli hielt sich zunehmend im Lokal auf und half auf seine Art und Weise dem kellnernden und Getränke zubereitenden Personal. Ich fand das ganz gut - und es kam nicht selten vor, dass Olli und ich einfach mal für einige Minuten die Arbeit spontan unterbrachen und uns über Woodstock, Revolutionen und die Langeooger Hippie-Szene unterhielten. Dann nahm er manchmal ein leeres Tablett und veranstaltete damit wilde Kunststücke oder jonglierte mit 3 selbstgedrehten Zigaretten. Und wenn Janni dazu kam, lenkten wir sie mt unseren Gesprächen von der Arbeit ab - irgendwann wurde ihr das auch zuviel und sie ermahnte mich ein erstes Mal recht deutlich. Ich sei schließlich 5 Jahre älter als Olli und hätte eine gewisse Verantwortung. Aber das blieb ziemlich wirkungslos. Olli verschwand öfter mal mit einer sehr dicken Zigarette auf dem Klo und kam danach immer sehr gut gelaunt zurück. Dann war er noch gesprächiger, was mich wiederum motivierte, noch länger mit ihm zu labern.
Am 21.9. 78 wurde es Janni zuviel und sie ging zum Chef.
Noch in der Mittagspause zitierte mich dieser in sein Büro und sprach eine Androhung der Entlassung aus. Das saß ! Ich wollte aber unbedingt dort weiterarbeiten und stellte mir schon das Horrorszenario eines Rauswurfs vor. Würde ich den Abgang machen, könnte ich nicht auf der Insel bleiben und wo sollte ich denn hin ? Mit meinen Verwandten in Lüneburg und Umgebung lebte ich damals nicht im Frieden - galt als revolutionärer und spätpubertierender Lümmel.
Am nächten Morgen erschien ich wieder bei der Arbeit am Tresen. Moni und Elsa waren schon unten und zogen sich gerade die volkstümlichen Kellnerklamottten an. Dann kam Moni auf mich zu und erwähnte, dass der Chef wegen einer schweren Venenentzündung am Bein heute nicht in der Küche arbeiten würde. Dache mir nicht viel dabei und verhielt mich an diesem Tag unauffällig. Janni blieb auch ruhig.
Am Montag darauf hatten wir Ruhetag und ich wollte mit dem Schiff ans Festland und dann weiter in die Kreisstadt Wittmund fahren, um mir ein Percussion-Instrument zu kaufen. An Bord waren auch Chef und Chefin. Beide sehr freundlich und besorgt und ich erfuhr schnell den Grund der Sorgen. Er mußte nämlich stationär ins Krankenhaus, weil die Venenentzündung sich verschlimmert hatte.
Am Festland angekommen trennten wir uns und ich fuhr mit der Zuckelbahn nach Wittmund, wo ich nach einiger Sucherei ein Musikgeschäft fand und dort für 40 Mark Bongos kaufte. Also dieses Instrument mit den 2 Trommeln, welches auf den Schoß gestellt wird, um darauf wild herumzutrommeln.
Danach verschwand ich in einem abenteuerlich erscheinenden Restaurant und zog mir dort Schnitzel mit Pommes sowie ein Düsseldorfer Alt rein.
Irgendwann gings zurück auf die Insel. Ich zeigte Olli mein neuerworbenes Musikinstrument und er fand Gefallen daran. Fortan traten wir in unserer Freizeit als Duo auf. Ich spielte Gitarre und Olli trommelte dazu auf den Bongos. Daran sollte sich bis 1980 nichts ändern.
Später mehr dazu, ciao, euer Kükator

Re: Freiburger KÜKATOR

Verfasst: 7. Sep 2007, 10:11
von Freiburger Satire-Küken
Hallo erstmal !
Und demnächst erscheint die Fortsetzung :
Betty, George und Käthe - der Streit. Zahlreiche Abgänge im Oktober. Andy, der neue Kochlehrling. Gero übernimmt die Führung im Jever-Faß für 4 Wochen.
ciao, euer Kükator

Schmusetherapie / 1000 Tage hier

Verfasst: 8. Sep 2007, 12:45
von Freiburger Satire-Küken
Hallo erstmal !
Nun geht der Kampf für eine bundesweite Schmusetherapie unermüdlich weiter und ich denke : irgendwann wird sich ein Erfolg abzeichnen.
Nochmal das Ganze im Rückblick :
Am 11.9.1984 bekam ich von meiner italienischen Freundin Lia die gelbe Karte gezeigt und mußte nach Deutschland zurück auswandern. Sie war eine kükenbetreuende Medizinstudentin und ich hatte mir durch mein beklopptes Verhalten damals einiges versaut.
Erst im Frühjahr 1985 ging die Beziehung dann völlig kaputt.
Danach war ich jahreland krank und erholte mich in den 90er Jahren wieder.
Unzählige Nächte träumte ich noch von einer italienischen Prinzessin, die ein Küken auf dem Arm trug.
Im Jahre 2000 zog ich dann die Konsequenz daraus und erfand das Kükenprojekt. Im November der gleichen Jahres kaufte ich mir ein Handpuppenküken vom Spezialhändler für Bauchredner-Zubehör etc. und ließ nach diesem Modell im Januar 2001 in einer türkischen Änderungsschneiderei ein Ganzkörper-Kükenkostüm nähen. Dann probierte ich es an und bezahlte dafür 230 Mark.
Mein erster Auftritt war in der Freiburger UNI, dann drehten wir ein Kurzvideo. Im Juni 2001 dann erste TV-Interviews auf dem Frankfurter ev. Kirchentag, im Februar 2002 Sendung über das "Freiburger Riesenküken" im Regiolfernsehen. 2004 im März dann eine neue Premiere : der bundesweite Auftritt als "Freiburger Kükenmann auf Brautschau" beim Kindersender Pro7. Im Mai 2004 sah unser Volk das Federvieh in einer ZDF-Sendung.
2005 nach unglücklicher Verliebtheit Beginn der hobbymäßigen Forschungsarbeiten zum Thema "Perltheorie" und "Schmusetherapie". Dazu Interviews bei Lichtwolf. 2007 Ausruf der Kampagne "Wir Deutschen müssen mehr schmusen" und erster Auftritt im italienischen Fernsehen.
Ende September (geplant) : das erste professionelle Musikvideo mit dem Küken.
Und das alles nenne ich als Pazifist - den wahren deutschen Herbst ! (Schmuseherbst)
ciao, euer Kükator

Bin seit gut 1000 Tagen hier im Forum

Eva Herman

Verfasst: 9. Sep 2007, 14:31
von Freiburger Satire-Küken
Hallo erstmal !
Heute las ich die Schlagzeile der BAMS. Da war etwas über Eva Herman zu lesen und ich befürchte, dass es medientechnisch ein paar unruhige Tage für sie geben wird. Möglicherweise sind ihr die Worte ja nur so rausgerutscht. Okay, vielleicht war früher einiges besser als heute, aber ich denke mal, dass in einem gewissen Abschnitt der deutschen Geschichte überhaupt und absolut nichts besser war als heute - sondern alles 100% schlechter !
Als jemand, der sich schon als Kind viel mit der europäischen Geschichte befasst hat, könnte ich aber Vergleiche aus der Zeit vor 1900 ziehen und sagen : hier und da war einiges besser als heute. Aber das trifft auch nur Details.
Die Lage der Frauen war damals insgesamt trostlos. Allerdings war der Familienstreß manchmal geringer, weil fast alle in Großfamilien hausten und die Leute eigentlich nie eine RTL-Supernanny brauchten.
Und auch nicht schlecht : die meisten Menschen besaßen Hühner ! (und dadurch Küken)
ciao, euer Kükator

Eva Herman gefeuert

Verfasst: 9. Sep 2007, 15:04
von Freiburger Satire-Küken
Hallo erstmal !
Sobern erfuhr ich, dass der NDR Eva Herman gefeuert hat.
ciao, euer Kükator

Re: Freiburger KÜKATOR

Verfasst: 10. Sep 2007, 09:48
von Freiburger Satire-Küken
Hallo erstmal !
In einem Halbtraum stellte ich mir vor, wie Eva Herman folgendes zu dem Thema sagte :
Eva H.: "Also ich wollte sagen, dass die Menschen in früheren Jahrhunderten nicht nur brutal miteinander umgingen, sondern auch lieb und nett sein konnten. Global betrachtet wurde viel geschmust . Nicht nur Babys, sondern auch größere Kinder waren schmusetechnisch bestens versorgt und wenn Mütter auch mal zur Arbeit gingen, wickelten sie sich einfach ihre Kleinen um den Bauch und gingen trotzdem zur Maloche. Hier mal einen Dinosaurier füttern, ab und zu mal Hinkelsteine schleppen oder Mammutfelle weichkloppen, das ging auch gut, wenn die Babys mit dabei waren. Frauen und Männer redeten viel und machten auch häufig Musik miteinander usw. - alles echt dezent und echt cool ! Und dann dachte ich an die Ommas und Oppas, die ich als Kind kannte und die mir vieles über früher erzählten und dass sie damals ein nettes Familienleben vor und hinter dem Deich genossen hatten und sich nicht so sehr um die Politik kümmern wollten. Und das mit dem Reich rutschte mir halt so raus."
ciao, euer Kükator

Gestern sah ich den ersten Teil über die RAF - heute kommt der zweite Teil. Interessant - aber ich muß mich als Pazifist schon wundern, wie fanatisch die Jungs und Mädels waren.
Präsident Sarg-Ossi und Frau Merkel treffen sich erneut. Worüber werden sie reden ?

Eva Herman

Verfasst: 11. Sep 2007, 16:42
von Freiburger Satire-Küken
Hallo erstmal !
Arme Eva Herman ! Erst brachte sie mich vor einem Jahr durch ihr umstrittenes Buch "Eva Prinzip" auf das Thema "Schmusen" und jetzt dieser ganze Mist ! Sie hatte doch letztes Jahr noch geschrieben, dass die bekannteste Mütter-Ratgeberin aus der Zeit des "Dritten Reiches", Johann Haarer, ganz schreckliche Dinge in ihren Büchern geschrieben hätte (nachzulesen im "Eva Prinzip") und dadurch Millionen von Müttern dort dazu aufgefordert worden waren, ihre kleinen Kinder möglichst auf Distanz zu halten und nie zu schmusen. Das verurteilte Eva Herman zu recht.
Wieso verteidigte sie jetzt die Familienpoltik in jener Zeit ? Oder wollte sie nur sagen, dass es auch in der Hitlerzeit vernünftige Mütter gab, die ihre Kinder vorbildlich aufzogen, ohne vom Regime negativ beeinflußt zu werden ?
Eine mögliche Lösung des Rätsels für ihren verbalen Aussetzer :
Sie wurde ferngesteuert ! Von Aliens ?

370.000 Enten, darunter viele Küken, wurden innerhalb weniger Tage auf 2 Höfen in Bayern hingerichtet. Warum ? Wozu ? Wofür ? Gegen wen ?
Seit der Aufstellung der Evolutionstheorie (-theologie) scheint der Mensch immer debiler zu werden.

miao, euer Kükator

Sind wir ferngesteuert ?

Verfasst: 12. Sep 2007, 09:58
von Freiburger Satire-Küken
Hallo erstmal !
Viele Fragen, die die Menschheit bewegen :
Sind wir manchmal, ständig oder nie ferngesteuert ?
Ist die Zeit relevant ? Ist sie eine Erfindung der Menschen ?

Also Tiere scheinen ferngesteuert. Und ich denke, dass ein Mensch, der sich die Birne mit Drogen und großen Mengen von Pillen und Alkohol zudröhnt, auch ferngesteuert ist, was sich dann in seinen fatalen Handlungen auswirkt.
Folglich ist ein ferngesteuerter Mann ist nicht in der Lage, eine lupenreine Schmusetherapie durchzuführen. Er handelt nach dem horizontalen, kategorischen Imperativ und das kann für die Frauen, die solch einem Individuum begegnen, manchmal gefährlich werden.
Wie kann ein Mann vor dem Abgleiten in die Rolle eines ferngesteuerten Popp-Terroristen verschont bleiben ?
Er braucht z.B. als Kleinkind reichlich Schmuseeinheiten, friedliche Vorbilder und später eine schmusefreundliche Umgebung, dadurch hat er eine Gute Chance, nie suchtkrank zu werden. Was noch ? Dazu später mehr.
ciao, euer Kükator

Fitness-Center

Verfasst: 13. Sep 2007, 16:44
von Freiburger Satire-Küken
Hallo erstmal !
Seit 10 Tagen bin ich jetzt wieder nach über 23 Jahren Pause ein fleißiger Besucher eines Fittness-Centers, diesmal in Freiburg. Und ich habe schon an 7 Tagen insgesamt trainiert und festgestellt, dass sich in meinem Kükenkörper Muskeln befinden, die ich jahrzehntelang nicht mehr benutzt hatte. Jetzt zwickts überall. Geistig fühle ich mich seitdem auch besser - mir kommen seit 10 Tagen immer häufiger verrückte Ideen in Bezug auf mein "Programm".
Werdem durch Sport körpereigene Drogen freigesetzt ?
ciao, euer Kükator (Arnold Kükenegger ?)

EDE geht nach Brüssel !

Verfasst: 14. Sep 2007, 16:50
von Freiburger Satire-Küken
Hallo erstmal !
Heute hörte ich im Radio : EDE wird nach seinem Ende als Ministerpräsident zur EU nach Brüssel gehen ! Das finde ich toll ! Warum ? Weil dadurch ganz Europa sein Kabarettprogramm kennenlernen wird ! (oder seine Realsatire).
Habe mal überlegt, wie er seine Anttrittsrede in Brüssel halten würde :
"Hello - äh - my name is Edmund Stoiber and I come - äh - from Bavaria - äh - I was the sheriff of this country and once upon the time - äh - came a bad woman with the name - äh - Gaby Pauli - äh - and she made a revolution against my politics - äh - and I found it - äh - very bad - and some politicians in my parliament made bad jokes over me - äh - and so I was angry - äh - and I said - äh - that I go end of September in the year - äh - 2007 ! Now I am here - äh - and I love you all - äh !" - und so weiter...................

ciao, euer Kükator

War heute das 8te Mal im Fitnesscenter !

Schmuse-Offensive am 15.9.1983

Verfasst: 15. Sep 2007, 12:49
von Freiburger Satire-Küken
Hallo erstmal !
Was geschah heute vor 24 Jahren - also am 15.9.1983 ?
Damals war ich zwischen durch mal für knapp ein Jahr nochmal in meiner Heimatstadt Lüneburg, nachdem man mich aus dem Beamtenverhältnis entlassen hatte. (Deutscher Wetterdienst, Fürstenfeldbruck bei München - Entlassung Ende April 83 aus der Probezeit).
Im Mai 83 war ich noch im Raum München geblieben und hatte auf einer Pfingstfreizeit im Österreich die legendäre entenkükenbetreuende Prinzessin Lia kennengelernt. Mein erster Brief an sie nach Florenz ging noch Ende Mai aus München ab.
Anfang Juni kehrte ich nach Lüneburg zurück. Lia wähnte mich aber noch in meiner Pension in Bayern und schickte einen Brief an mich direkt nach München an meine Tante. Dort geriet er aber wohl irgendwie in die Hände meiner damals kleinen Cousinen und ward vorrübergehend verschollen. Mitte Juli tauchte er irgendwie dort wieder auf und Ende Juli kam er endlich in Lüneburg an. Gierig riß ich ihn auf und las freundliche und höfliche Zeilen - aber sie waren nicht ganz überzeugend.
Dann schrieb ich sofort zurück und wartete und wartete und wartete.
Am 15.9. hatte ich die Warterei schon fast aufgegeben. Ich brachte noch den Müll raus und machte das Haus mit einem Staubsauger sauber. Plötzlich rief mich meine Pflegemutter : Post für dich aus Italien ! Wie ein Dackel, der sein Frauchen seit einem Jahr wiedersieht, rannte ich in die Küche und öffnete den Brief.
Und diesmal verschlug es mir fast die Sprache : sie hatte in leidenschaftlicher Weise geschrieben und mit anderen Worten den Wunsch ausgesprochen, mit mir so bald wie möglich eine dezente Schmusetherapie zu praktizieren. Und dann fand ich noch ein getrocknetes Buchenblatt, auf das sie geschrieben hatte : I love you !
Ich hüpfte vor Freude wie ein junges Kalb durchs Haus. Es sollte von da ab noch gut 6 Monate dauern, bis ich sie in Italien wiedersah. In Erwartung einer sicheren Schmusetherapie wurde dieses halbe Jahr sicher zu einer der schönsten Zeiten meines Lebens. Ab Oktober schrieben wir uns ca. 5 - 8 mal pro Monat und telefonierten alle 2 Tage miteinander.
Den Rest der Geschichte kennt ihr ja.
Im Mai 1984 wurde übrigens die postum berühmteste italienische Ente aller Zeiten "Paperoga" geboren. Sie war das Vorzeige-Küken von Lia und durfte nachts am Fußende in ihrem Bett auf einer Plastiktüte (ALDI ?) schlafen. Allerdings wäre sie ohne das "Kükator-Projekt" heute längst in der Vergessenheit verschwunden.
ciao, euer Kükator

Sinnloses Verhalten der Tiere

Verfasst: 16. Sep 2007, 14:32
von Freiburger Satire-Küken
Hallo erstmal !
Gestern abend hörte ich im Radio jemanden sagen : das Verhalten vieler Tiere sei teilweise völlig sinnlos.
Wieso das ?
Es wäre völlig absurd, wenn ein Tiger ein Schaf reißen oder wenn ein Habicht ein Huhn umbringen würde. Ursprünglich sei einmal alles ganz anders gewesen.
Und dann dachte ich an 2 Erlebnisse auf der Insel Langeoog im Jahre 1977 und 1980.
1977 fand im Internat eine absurde Diskussion über Sex statt, an die ich mich noch gut erinnern kann. Ein Schüler behauptete, dass bestimmte fiese Praktiken sich mit der erweiterten Evolutionstheorie decken würden. Er legitimierte deshalb auch gewaltsame Formen von Sex. Einige Kollegen stimmten ihm zu und argumentierten : die Natur müsse sich durchsetzen und je mehr gevögelt würde, deste größer seinen die genetischen Überlebenschancen der Menschen. Der Stärkere (Gewalttätigere) hätte angeblich den besseren Samen - wobei hier schon ein Trend zu bösartiger Ideologie sichtbar wurde.
So etwas hörend kam mir damals der Gedanke : Alles, was Menschen tun, sei sinnlos. Wenn unsere Biolehrerein noch irgendwas über die Evolutionstheorie erzählte, hörte ich ab jetzt einfach weg - mit dem Ergebnis : im Abschlußzeugnis 0 Punkte im Bio-Leistungskurs ein Jahr später !
Und danach verließ ich, wie schon erwähnt, das Internat.
Prof. Joachim Bauer schreibt in seinem Buch "Prinzip Menschlichkeit" : die Hauptmotivation des Menschen ist soziale Gemeinschaft, Zuwendung und Liebe ! Und nicht brutale Durchsetzung der "besseren Gene" incl. Daseinskrampf ! Ich ergänze noch : die Hauptmotivation des Menschen ist auch Erlangung von Schmuseeinheiten ! Mit fairen (und manchmal cleveren) Mitteln ! Was ist hier clever ? Das Kükator-Projekt.
miao, euer Kükator

Schmusetherapie, Oxytozin usw.

Verfasst: 17. Sep 2007, 16:56
von Freiburger Satire-Küken
Hallo erstmal !
Wenn es erlaubt ist, bitte ich mal eben Mr. Spock, dass er hier mal die genaue Inhaltsangabe vom "Prinzip Menschlichkeit" in dieses Forum hineinbeamt !
Kük :"Spocky, den Text bitte !"
Spock :"Wird erledigt !"

Der Mensch ist ein Beziehungswesen, dessen Natur auf Kooperation und mitmenschliche Nähe ausgerichtet ist. Diese zu suchen und auszugestalten ist seine neurophysiologische Bestimmung, einfacher gesagt, seine Natur.
Beim Sichten der Fachjournale wertete Bauer die Ergebnisse jener publizierten Studien aus, in denen das Neurotransmittergeschehen der drei Botenstoffe Dopamin, Endorphin und Oxytozin untersucht wurden.
Werden diese Botenstoffe auf der Neurotransmitterebene freigesetzt, bewirken sie, dass der Mensch sich wohl fühlt. Die neurobiologischen Regionen, in denen Dopamin, endogene Opioide und Oxytozin freigesetzt werden, sind untereinander verschaltet und können als «Motivationssystem» unseres Gehirns bezeichnet werden.

Kern aller Motivation
Weil die Freisetzung der drei Botenstoffe zur Folge haben, dass der Mensch sich gut fühlt, sucht der Mensch jene Situationen herzustellen, die mit der Freisetzung einhergehen. Welche Situationen dies sind? Die Antwort auf die Frage ist einfach, sie konnte aus den diesbezüglichen neurobiologischen Studien klar zusammengefasst werden und «verblüffte selbst die Fachwelt: Das natürliche Ziel der Motivationssysteme sind soziale Gemeinschaft und gelingende Beziehungen mit anderen Individuen, wobei dies nicht nur persönliche Beziehungen betrifft, Zärtlichkeit und Liebe eingeschlossen, sondern alle Formen sozialen Zusammenwirkens. Für den Menschen bedeutet dies: Kern aller Motivation ist es, zwischenmenschliche Anerkennung, Wertschätzung, Zuwendung oder Zuneigung zu finden und zu geben. Wir sind – aus neurobiologischer Sicht – auf soziale Resonanz und Kooperation angelegte Wesen.

ciao, euer Kükator

Zweiter Teil

Verfasst: 17. Sep 2007, 17:00
von Freiburger Satire-Küken
Hallo erstmal !

2ter Teil :

Hier spricht endlich mal jemand aus meinem Herzen ! Die Kük`sche Schmusetheorie wird also wissenschaftlich begründet !

Der Mensch ist dem Menschen kein Feind
Bauer denkt dieses Ergebnis nun weiter auf das Menschenbild und die gesellschaftspolitische Situation. Er räumt in aller Deutlichkeit mit der unsinnigen Aussage der Sozialdarwinisten auf, die den Krieg der Natur (war of nature) und den Kampf ums Überleben (struggle for live) als Triebfeder der Entwicklung der Arten proklamieren. Dieses irrtümliche Menschenbild hat bis in unser Jahrtausend hinein fatale Auswirkungen auf Ethik, Moral und das Zusammenleben der Menschen. Es wurde von Faschisten zur Begründung ihrer Gewaltherrschaft und zur Legitimierung von Kriegen und Aggressionen herangezogen.
Heute ist diese Theorie schon wieder aktuell: «Einige grosse Länder haben den Darwinismus – ohne es ausdrücklich zu formulieren – gleichsam zum Staatsziel erhoben. Computer-Übungsspiele, die einst in den Armeen dieser Länder entwickelt wurden, um Soldaten ans Töten zu gewöhnen, überschwemmen heute als ‹Ego-Shooter-Spiele› – auch ‹Killerspiele› genannt – weltweit den Markt für Kinder und Jugendliche. Hier gilt wieder, was bei uns in den Jahrzehnten vor 1933 und erst recht in den Jahren danach gelehrt wurde: ‹Leben heisst kämpfen.› Was Jugendliche, die sich teilweise viele Stunden am Tag – und dies über Jahre hinweg – solchen Spielen hingeben, dabei lernen, wird in ihren Köpfen nicht nur zu einem neurobiologischen Skript. Es erzeugt Handlungsbereitschaften, die in Situationen der Bedrängnis möglicherweise auch abgerufen werden.»
(S. 199–200)


Aggressionen sind Folge von Fehlentwicklung
Aggressionen stellen laut Bauers Auswertungen kein Entwicklungspotential dar, sie stehen vielmehr im Dienst sozialer Beziehungen und kommen dann auf, wenn Menschen ihre Sicherheit, ihre Bindungssicherheit, bedroht sehen.
Problematische Lebenserfahrungen und Lernmodelle (Medienkonsum) begünstigen solche aggressiven Verhaltensweisen besonders dann, wenn Menschen über zu wenig Bindungssicherheit verfügen. (Hier stellt sich die Frage, ob soziale Entwurzelung, die mit der Globalisierung gefördert wird, zu diesem Zweck gewollt oder zumindest willkommen ist.)

ciao, euer Kükator