schlechte Übersetzungen, Engrish, usw

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Olaf Ittenbach
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schlechte Übersetzungen, Engrish, usw

Beitrag von Olaf Ittenbach »

Angeregt durch Herrn Amnestie ( http://www.superlupo-magazin.de/viewtop ... 8158#18158 ) möchte ich nun meinen schon länger gehegten Plan ausführen und hier schlechte Übersetzungen von Filmen, Filmtiteln, Büchern und ähnlichem, zB dem in Japan sehr beliebten "Engrish", sammeln.

Als Beispiele wären zu nennen:
engl Filmtitel: "Toxic Avenger", dts(?) Titel: "Atomic Hero"
oder (sehr beliebt) "Silicon" wird zu "Silikon"

Dazu kann man nur sagen:
Bild
http://engrish.com/
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PanAM
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Beitrag von PanAM »

Interessantes Thema Herr Ittenbach.
Allerdings stellt sich mir die Frage, ob es nur um schlechte (im Sinne von nicht korrekten) oder auch um platte, wenig einfallsreiche Übersetzungen geht.

Hier mein Beitrag:
Dude, where's my car? wurde zu Ey Mann, wo is mein Auto?.
Wahrscheinlich hat der Film nichts besseres verdient, allerdings kann man dahinter auch ein Verbrechen gegen die Menschlichkeit vermuten.
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Olaf Ittenbach
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Beitrag von Olaf Ittenbach »

das sehe ich nicht so eng, immer man her mit den Beispielen.

Nett sind auch immer Übersetzungen von Eigennamen, zB in einer Futurama-Folge wo der Schachcomputer "Deep Blue" (Zusammengesetzt aus "Deep Thought" und "Big Blue") als "Tiefblau" bezeichnet wird, oder die "Urban Legend" die zur Vorstadtlegende wird (ebenfalls in Futurama) ...
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The Mars Volta
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Beitrag von The Mars Volta »

Es gibt eine Folge der Serie Star Trek - The Next Generation in der die sich folgende Situation ereignete:

Dr. Beverly Crusher kommt auf die Brücke, blickt auf einen Bildschrim auf dem ein Nebel abgebildet ist und fragt: "What is this mist?"

Und nun raten sie mal, was die deutsche Synchronisation daraus machte.
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herr mattes
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Beitrag von herr mattes »

Ein sehr schönes Thema!

Bei Beverly Crusher muss ich spontan an eine Beverly Hills 90210 Folge denken in dem das Auto eines neuen Schülers Thema war.
Im Original: "Beamer" (also BMW), auf Deutsch sagten sie dann: "BIMMWE"...

Das kann einem schon die Fussnägel hochklappen...

Auch furchbar: Aus Spike Lees "Mo´ Money" wurde "Meh´Geld"

hm
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FinnCrisp
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Beitrag von FinnCrisp »

"Hey Mann, wo ist mein Auto?" klingt ja erst mal nicht schlecht. Aber dann muss man auch konsequent bleiben und darf Michael Moores neues Buch "Dude, where's my country?" nicht einfach "Mann, was hast du mit meinem Land gemacht" (oder so aehnlich) nennen.
Futurama ist allerdings wirklich schlimm. Ich erinnere mich noch an "Gebiet 51" (Area 51) oder "Verliese und Drachen" (Dungeons & Dragons) ...
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Datensichtgerät
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Beitrag von Datensichtgerät »

als schlechtestes beispiel für übersetzung der simpsons:

bart und lisa verpassen den schulbus, worauf hin bart: "guess we have to stay at home" - marge: "not on my watch" sagt.

während bart in der deutschen version noch treffend übersetzt wurde, hatte herr cormbrinck (oder ähnlich) bei marges ausspruch eindeutig den zusammenhang nicht verstanden:
"ich denke wir müssen zuhause bleiben" - "nicht nach meiner uhr"
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Barschel
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Beitrag von Barschel »

FinnCrisp hat geschrieben:Ich erinnere mich noch an "Gebiet 51" (Area 51) oder "Verliese und Drachen" (Dungeons & Dragons) ...
"verliese und drachen", ja, eine meiner lieblingsfolgen mit der what-if-machine... ich bevorzuge allerdings auch die englischen versionen.

stutzig werde ich in letzter zeit immer wieder, wenn "you son of a bitch" mit "du sohn einer hündin" übersetzt wird - ist ja eigentlich richtig übersetzt. genauso richtig, aber passender ist doch da der "hurensohn". habe gerade keine derartige fundstelle parat.
Ich gebe Ihnen mein Ehrenwort.
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FinnCrisp
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Beitrag von FinnCrisp »

In dem Troma-Trash-Film "Zurueck zur Natur" gibt es eine Stelle, an der ein Hund in einer Art Interview irgendwas sagt. Darunter steht dann der Name des Tieres sowie das Praedikat "son of a bitch". Synchronisiert wurde es mit "Hundesohn", was ich damals gar nicht begriff, da ich noch nicht wusste, dass bitch auch "weiblicher Hund" bedeuten kann.

A propos Combrinck: Ist Ihnen schon mal aufgefallen, dass auch die deutschen Titel der neueren und neuesten Simpsons-Folgen immer absurder werden? "Jack und der Rueckgrat-Zylinder"; "Kill den Alligator und dann"; "Die japanische Horror-Spielshow" usw usf.
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Gast

Beitrag von Gast »

als schlechtestes beispiel für übersetzung der simpsons:

bart und lisa verpassen den schulbus, worauf hin bart: "guess we have to stay at home" - marge: "not on my watch" sagt.
ha, da kenn' ich ein noch besseres bzw. schlechteres beispiel: ein paar typen halten ein schild hoch, mit der aufschrift: "lisa rules"; übersetzen tat's der sprecher mit, achtung: "lisa gibt die anweisungen"... *d'oh*
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herr mattes
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Beitrag von herr mattes »

Ein herrliches Fundstück lief mir am Wochenende über den Weg.
Die Sendung: Spiegel TV
Das Thema: Polizisten am Hamburg Hauptbahnhof

Ein freundlicher Schutzmann hatte einen vermeintlichen Dealer festgenommen und versuchte ihn auf der Wache von der Richtigkeit seines Tuns zu überzeugen.

Sagen wollte er: "Wir haben die Drogenkugeln in Deinem Mund gesehen! Das ist Fakt!"
Auf Englisch klangs dann wie: "Wie ssii sse bols of draks in jur maus. Thats fucked!"

Herrlich!

hm
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lenin
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Beitrag von lenin »

Mich regt diese kollektive Unfähigkeit im Umgang mit der englischen Sprache ja eher auf. Wie leicht soll man es ihnen denn noch machen, meine Damen und Herren? Jedenfalls sind wir von einer Weltsprache Englisch noch Lichtjahre entfernt. Ist bei mir aber wohl auch eine emotionale Sache - irgendwie wirkt halt kaum etwas unsouveräner, vierschrötiger, ländlicher, unmoderner, gemahnt kaum etwas stärker an die ungeliebten Eltern, als kein Englisch zu können, bzw., wie diese, noch stolz zu sein auf die drei Brocken Pidgin, die zu radebrechen oder auf einer T-Shirt-Brust zu tragen man in der Lage ist. Schaut man hin und wieder BBC World oder meinetwegen auch CNN, so fällt auf, dass jeder drittrangige pakistanische Militärsprecher ein grammatisch und semantisch weitaus besseres Englisch spricht, als etwa unser Kanzler oder unser Außenminister. Hinzu kommt die aurale Ignoranz: nach zwei Wochen Winterolympiade in Sarajevo, wusste ganz Deutschland, dass man diese Stadt auf der ersten Silbe betont, und fortan wurde das so gehandhabt. Nach vier Wochen Sommerolympiade im gleichen Jahr in Los Angeles haben noch genauso viele Idioten Los Ejinscheles gesagt wie vorher, und das tun sie heute noch.

Deutsche Übersetzungen von englischen Büchern sind mitunter dermaßen schlecht, dass es zu echten Verständnisschwierigkeiten kommen kann, wenn man das Original nicht kennt. Vor allem natürlich dort, wo ohnehin an allen Ecken und Enden gespart wird, also z.B. bei wissenschaftlichen Büchern. Wer hier einmal hinter die Kulissen schauen durfte, unter welchen Bedingungen und von welchen Leuten Übesetzungen verfasst werden, dem wird ähnlich schwindlig geworden sein, wie mir. Natürlich gilt: je geringer die vom Verlag antizipierte Auflage, desto geringer das Budget. Anthony Giddens' Standardwerk 'The Constitution of Society' ist in England, nicht zuletzt aufgrund seiner recht einfachen Sprache, durchaus ein sozialwissenschaftlicher Allgemeinplatz. Auf Deutsch ist das Buch mehr oder weniger unlesbar resp. unverstehbar, und - wen wundert's? - eben auch unbedeutend. Einzelne Kapitel sind von verschiedenen Übersetzern geschrieben, die teilweise auch Schlüsselbegriffe der Theorie unterschiedlich übersetzen usw. usf. - ein Graus. Dies ist natürlich nur eins von unzähligen Beispielen. Um noch ein Beispiel zu nennen, bei dem selbst ich bei allem Groll ein Schmunzeln nicht verbergen konnte: John Searle schreibt in seinem Buch 'The Philosophy of the Mind' an einer Stelle sinngemäß folgendes: "Würde ich sie bitten, meine Gedanken zu malen, so würden sie vermutlich einfach mich malen, unter Umständen mit einer Denkblase über dem Kopf. In diese Denkblase schreiben sie dann, was ich denke..."
In der deutschen Ausgabe dieses Buchs steht aber in Wirklichkeit das: "... unter Umständen mit einem Ballon über meinem Kopf. In diesen Ballon schreiben..." usw. Der Comicvergleich wird noch ein paar Sätze lang ausgeschlachtet und in der deutschen Übersetzung ist konsequent von dem ominösen "Ballon" die Rede.
Kein Wunder, dass so mancher meint, Philosophie sei mitunter schwer verständlich, wenn sie tatsächlich nicht zu verstehen ist.

Hat sich hier grad' jemand aufgeregt?
Ach so, war ich.
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jugend-musiziert
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Beitrag von jugend-musiziert »

Konsequente Ahnungslosigkeit bezüglich des Übersetzten finde ich besonders witzig.

Vor einigen Wochen musste ich mir "dringend" Reservoir Dogs als Spezialausgabe mit Pipapo auf zwei DVDs kaufen. Während eines der Interviewfetzen mit dem Herrn Tarantino machte ich die deutschen Untertitel an, weil das gehetzte Genuschel des Filmemachers mich zwischenzeitlich etwas überforderte.

Abgesehen von einer Stelle, an der den Übersetzern eine komplizierte Satzkonstruktion mit ziemlich vielen "fuckings" den Verstand raubte, so dass sie mal eben das Gegenteil des Gesagten behaupteten (Details müsste ich nochmal nachsehen, jedenfalls findet Tarantino Gewalt im Film plötzlich ganz schlecht), verzückte mich eine Aufzählung der Lieblingsregisseure Tarantinos: Soundso, soundso, soundso, und natürlich nicht zuletzt die Herren Peck und Paw.

Ich musste dann erstmal ausmachen und brüllen vor Lachen.
Sie hoffentlich wenigstens ein bisschen.

Viele Grüße,
jm

PS: Da ich Ihnen nicht unterstellen möchte, Filmnerds zu sein, biete ich dann doch folgende Hilfestellung an:

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Quodlibet
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Beitrag von Quodlibet »

Der ist gut, obwohl ich ihn, um ehrlich zu sein, ohne das Bild nicht verstanden hätte.
Ich erinnere mich da an eine "Wetten das"-Sendung in der eine Wettpatin einen Kandidaten mit den Worten: "He looks like Eminem" ermunterte, worauf prompt die Übersetzung: "Der sieht aus wie jedermann" geliefert wurde.
Sehr schön finde ich auch die konsequente Übertragung des role model mit Rollenmodell...

Q.
(speakt English but only ein paar broken)
"Die Dynamik der Verbesserung lässt etwas nach" Frank-Jürgen Weise
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Danny
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Beitrag von Danny »

Sehr witzig finde ich auch die deutsche Übersetzung für den Kult-Italo-Western:

"The good, the bad and the ugly"

Heißt im deutschen Fernsehen:

"Zwei glorreiche Halunken" :evil:
Hat man das Unmögliche eliminiert, so muß das, was übrigbleibt, und mag es noch so unwahrscheinlich erscheinen, die Wahrheit sein.
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