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Ästhetisierungstrend
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Beitrag von Ästhetisierungstrend » So Dez 15, 2002 4:30 pm

ein Formdokument [...], das empörten Neupostern zur Artikulation ihrer oftmals diffusen Empörung dienen soll
ein anderes Problem ist vielleicht das Posten im Affekt. Es ist natürlich nicht immer einfach, einen kühlen Kopf zu bewahren, eine Abhilfe könnte dieser Entscheidungsstammbaum bieten. Man beachte bitte vor allem die korrespondierende Wunschstruktur und die sich daraus ergebenden Konsequenzen.

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Ryan
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Beitrag von Ryan » Mo Dez 16, 2002 8:35 am

Ästhetisierungstrend hat geschrieben:Es ist natürlich nicht immer einfach, einen kühlen Kopf zu bewahren, eine Abhilfe könnte dieser Entscheidungsstammbaum bieten.
Mit <A HREF="http://www.mathekiste.de/mmap/mmweb/mm-web.htm" TARGET="_blank">Mind mapping"</A> könnte man dies auch bewerkstelligen...

Adorno
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Beitrag von Adorno » Do Dez 19, 2002 11:07 am

Au wei. Noch eine Grundsatzdiskussion, die ich ganz knapp verpaßt habe.

Mein Statement im abstract:

Prinzipiell hat Pelzer vollkommen Recht. Geschmacklose, hirnlose, unreflektierte und sonstige Beiträge, in denen nur Zeile um Zeile, Seite um Seite mit völlig nichtssagenden, unlustigen und uninformativen "Gedanken" aufgefüllt werden; in denen sich der hohe Geist dieses Forums nicht ähnlich konkretisert wie bspw. im "Kultur, Geschichte, Politik"-Forum; kurz, in denen ein sich für unendlich witzig haltendes Subjekt partout nur um sich selber kreist, nur schreibt, um des Schreibens willen; blind assoziiert; bloße Diskussionsbrocken hinwirft, ohne jemals zu einem fruchtbaren Ende zu kommen; und schließlich auf unzusammenhängende Füllselproduktionnen sich versteigt, in denen ein einzelner Gedanke auf zig Seiten, in meist absurd schlechtem Stil, ewig und ewig ausgewalzt wird, ohne Sinn und Plan, das kann und will ich hier nicht unhinterfragt stehen lasssen, in jedem Falle aber in aller Entschiedenheit zumindest in seinen Implikationen hinsichtlich einer etwaigen 'Qualitätsicherung' der Forenbeiträge (womöglich im Sinne einer philosophia perennis?), na, was, dings halt.

Gleichwohl haben Beiträge der genannten Art eine lange Tradition in der Geschichte dieses Forums. Ich selber erinnere mich noch an die Gründerzeit. Primzahljagden; Tausenderauffüllen; Popmusik, die nicht sehr intelligent war - das alles gehörte mit zum Gesamtkunstwerk 'Gerhard's Guestbook'. Ging es uns nicht um eine Reflexion des Guestbook als Form überhaupt? Wollten wir nicht zuletzt auch ausdrücken, daß die sogenannte Kommunikationsplattform Internet, entgegen ihrem idealistischen Gründungsanspruch, inzwischen zum Medium bloßer Selbstreferenz geworden ist? Dann durchbricht aber eine Form, die Selbstreferenz auf die Spitze treibt, die bloße Autopoiesis. Der Aufweis der Unmöglichkeit von Kommunikation im selbst deklarierten Kommuikationszeitalter wird selbst zum ästhetischen Kommunikat. Quasiliterarisch reflektiert er das Schema der Sagbarkeit, das unhaltbare Ideal, daß sich mittels des ASCII-Codes jedweder möglicher Gedanke ausdrücken ließe. Für eine kurze Zeit war das Forum damals der Ort von metaästhetischer Reflexion - in eine Reihe zu stellen mit Schönbergs 'Moses und Aaron', der Antimusik von John Cage, oder den infiniten Schreibstrategien de Sades und Mallarmés.

Die Frage heißt einmal mehr: 'Was tun?'. Eine Neuwende zur Sinnstiftung oder eine Rückbesinnug auf die avantgardistische Tradition? Ich sage vorsichthalber 'sowohl-als auch' bzw. 'weder-noch' bzw. 'man muß da dialektisch rangehen'.

Danke für Ihre Aufmerksamkeit.

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