Geheimagent 00-Mops informiert

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Kostedde
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Geheimagent 00-Mops informiert

Beitrag von Kostedde »

Geheimcode MOPS

Der kleine Rundling auf grosser Tour. Völlig inkognito reist der Geheimagent 00-Mops zu dieser Stunde in eine fremde, bisher völlig unbekannte Stadt, um hier alles mal gründlich auszubaldowern. Man muss ja informiert sein! Mit Raffinesse und hervorragendem Tarnvermögen ausgestattet saust der kleine quietschfidele Spion zurzeit in die entferntesten Bezirke, die nie ein Mops zuvor gesehen hat. Hier ein erster Exklusivbericht.

Punkt eins: viele Entdeckungen werden gemacht. Zum Teil positive: es riecht nach Wurst. Sehr gut. Auch hier wird also gebrutzelt. Die Verpflegungslage ist also gut.

Wetter? Grosse Scheisse. Die Ladys ziehen wieder den Anorak an. Nicht so gut.

Fussball? Lachhaft. Kriegt hier keiner mit. Die Leute sind schon froh, wenn ihre Strassenbahn pünktlich angetuckert kommt, sie nicht von einem Punker doof anjemacht werden und keiner in den Durchgang zum Hinterhaus reingekackt hat. Da ist man hier schon für kleine Dinge dankbar. Allen Hinterhofwächtern sei am Rande gesagt: jetzt wo Gehmagent 00-Mops in der Stadt ist, stehen die Chancen für eine Verbesserung der hygienischen Lage auf unverschlossenem Privatgelände nicht unbedingt besser als zuvor. Aber wie auch immer. Es bleibt auf jeden Fall wenig Zeit für das runde Leder. Wo in normalen Städten Randale ein exklusiver Heidenspass für Fussballereignisse sind, gibt das hier soviele Möglichkeiten für Zoff und Rabbatz, da braucht man gar keinen Fussball mehr. Schwach.

Allerdings überzeugt die Kulturlandschaft hier auf voller Breite. Da gibt's zum Beispiel eine Folge der "lokalpatriotischen Sitcom: Prenzlauer Berg versus Wedding. Heute: Die Invasion der Prenzlwichser". Da kriegt man gleich Lust, selber auch mal kulturell mitzumischen. Der Geheimagent 00-Mops würde auf jeden Fall nicht so lasch mit den Weddingwichsern umspringen. Soviel steht jetzt schon fest.

Politik? Ist hier ne Sache für jeden, also auch und vor allem für Doofe, also für alle. Hier weiss nämlich jeder Bescheid. Und riskiert auch gerne mal ne dicke Lippe. Heute: grosses Palaver an so nem Platz mit Hochhäusern: ne Mauer haben die extra dafür wieder aufgebaut. Nur um Stunk zu machen. Wegen SED. Schlimm, schlimm, meint so n Opa, der da mit dem Megafon den Leute was erzählen tut. Damals haben die nämlich die armen Ossis abgeknallt, wenn die mit ihren Fettärschen über die Mauer rüberkraxeln wollten. Und heute würde dieser Lafontaine das auch so wollen und bestimmt auch gerne machen! Leute abmurksen, die abhaun wolln. Ne Riesensauerei sei det. Und der Gysi, das sei auch so ein Linker. Sagt der Ost Opa. Einen Gefängnisbus von der Stasi hat der Opa extra auch noch anmieten und zur Bekräftigung seiner Theorien dort aufstellen lassen. War gut in Schuss. Metallic Grau ohne Pearl Effekt. Zentralverriegelung. Und Leute wie der Gysi, die würden nun bestimmt auch gerne damit mal ne Runde drehen und alle frechen Ossis die aufmucken wollen damit einsammeln. Sagt der Mann mit dem Megafon. Klingt Balla Balla, aber det is hier normal. Der Geheimagent OO-Mops hat sich das alles ganz genau angehört. Notizen gemacht. Sowas bereichert schliesslich das Weltbild. Wenn man mal mit der Sprache der Fäuste nicht weiterkommt, kann man dann auch mal mit Worten zuschlagen. Hier lernt der Geheimagent 00-Mops ganz neue Methoden kennen! Gute Sache.

Andererseits sollen sich die Eierköppe hier mal nicht so wichtig nehmen, mit ihrer ewigen Mauer und der ganzen Klugschnackerei. Da wo normale Leute herkommen, da bekommt das Wichtigtuern nämlich gar nicht gut, wenn da einer einen auf Oberschnacker macht und immer irgend nen Geblähe abläst. Zum Pupen geht man gefälligst auf Klo und zwar ohne Megafon und schon gar nicht auf nen Platz mit Hochhäusern! Das können sich alle Prenzlwichser und Mauerschnullis mal hinter die Ohren schreiben! Der Geheimagent wird auf jeden Fall die Lage weiterhin im Auge behalten. Sie sind gewarnt! Over.


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Zuletzt geändert von Kostedde am Mo Jan 02, 2006 2:01 pm, insgesamt 2-mal geändert.
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Kostedde
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Wichtige Neuigkeiten!

Beitrag von Kostedde »

Wichtige Neuigkeiten:
Beim Geheimagenten 00-Mops, eigentlich einem durchtrainierten Powermops der kräftigen Sorte, treten erste Verschleisserscheinungen auf! Mit seinem wohlgenährten Körperbau, der in erster Linie für das Anlegen gewisser Notvorräte für Krisenzeiten konzipiert wurde, ist der kleine Rundling nun konditionell den wieselflinken Eingeborenen weit unterlegen. In dieser hinterhältigen Stadt muss man nämlich ganz schön auf Zack sein, sonst wird man hier nach allen Regeln der Kunst verscheissert!

So sollten bei jedem Besucher dieser Stadt die Alarmglocken angehen, falls ein zwielichtiger Bekannter Ihnen nach einem Trinkgelage eine Heimfahrt mit dem Taxi an die Backe quatschen will! Angeblich, weil man "zu viel habe"! Eine bodenlose Frechheit! Wo der Erwin doch ein Profi ist! Aber gut, man muss auch mal gönnen können. Der Herr Quod traut dem Erwin also nix mehr zu. Ein grosser Fehler!

Schon bei der Auswahl eines geeigneten Taxis traten die ersten Meinungsverschiedenheiten auf. Der Erwin bevorzugte nämlich ein BESETZTES Gefährt, eines wo schon scharfe Ladys drin sind! Man ist ja schliesslich gesellig. Nur Nieten fahren alleine nach Hause! Und entgegen der Behauptung von dem feinen Herrn Quod, halten die Dinger nämlich DOCH, wenn man nämlich nur genug winkt und sich auf die Mitte der Fahrbahn begibt! Aber das sind eben so die kleinen Tricks und Kniffe, die nicht jeder kennt. Quod, die lahme Ente, wünschte also alleine zu reisen, bitteschön.

Dann endlich im Taxi drin. Erwin gibt hochpräzise Anweisungen, wo es denn nun lang zu gehen habe.


"Klappe, Quod, nein det macht garnix, das kann man ruhig so laut sagen, sonst hört der Eierkopp nämlich nix!" Immerhin verfügt der Erwin über ein umfangreiches Wissen über die haargenauen geografischen Zusammenhänge des hiesigen Stadtbildes. Immerhin war er ja bereits zwei, wenn nicht dreimal an dieser Stelle gewesen - und einmal davon sogar stocknüchtern! Diese fundierte Qualifikation habe ich dem renitenten Herrn Quod, der mit seinem albernen Gebitte um Ruhe und Besonnenheit dem Erwin zunehmend auf den Sack ging, das also hab ich ihm auch ziemlich deutlich gemacht.

Schön an dieser Stadt ist natürlich das wohlbelebte Strassenbild, welches es einem quietschfidelen Taximitfahrer erlaubt, vom Rücksitz aus auch zu später Stunde noch ins Gespräch mit der Umwelt zu kommen. So ein Fenster ist nämlich schnell heruntergekurbelt, müssen Sie wissen. Und dann wird Kontakt aufgenommen zur Damenwelt. Und eins muss man ja sagen: die sehen nicht nur schick aus, die Ladys hier, auf den Mund gefallen sind die auch nicht! Nein, sie wünsche zum jetzigen Zeitpunkt keinen Geschlechtsverkehr, nein auch nicht für drei Euro und siebzig Cent. (Wieselflink hatte der Erwin nämlich seine Ersparnisse überflogen und spontan beschlossen, notfalls auf den fest eingeplanten Nachtimbiss zu verzichten.) Und überhaupt möge er, so die neue Freundin weiter, doch bitteschön der Spur seines Urins folgen. Und: BRUMM, schon gehts weiter zur nächsten Kreuzung! Erwin winkte wohlgelaunt. Hurra, die Entscheidung pro Nachtimbiss war gefallen!


Dann allerdings fiel dem Erwin auf, dass dieser lasche Eierkopf von Taxi"fahrer" offenbar überhaupt keine Ahnung hatte, wie man Erwins Lieblingswurstbude denn nun ansteuern sollte. "LINKS!" brüllte Erwin. So langsam hatte er die Faxen dicke. "DA 'RUM! ICH HAB' HUNGER!" "Aber, Sie wollten doch..." sagte der Lascho zögernd. "PAPPERLAPAPP! DET IST NE ABKÜRZUNG GUTER MANN!" Es war hoffnungslos. Der Mann war offenbar völlig unwillig, sich vom Erwin ein paar wichtige Tips beibiegen zu lassen. An jeder Wurstbude wäre so ne Niete gleich rausgeflogen. Aber Taxi Fahren dürfen! Schlimm!

So, liebe Leser, ich sehe schon: Sie haben offenbar auch keine Zeit und Lust mehr, den Schilderungen vom Erwin in aller epischer Breite zu folgen. Das trifft sich gut, denn der Erwin muss jetzt auch erstmal auf Klo. Wichtig ist in diesem Zusammenhang nur, zu wissen, dass der Erwin in dieser Nacht völlig in der Grütze landete und sich dieser Verbrecher von Taxifahrer wohl offenbar mit dem verschlagenen Herrn Quod zusammengetan hatte. Ausgebootet haben die den armen Erwin! Und hinterher behauptet, man wäre ja noch gar nicht am Ziel gewesen und blablabla. War 'ne Sauerei.


Zum Glück, hat der Erwin dann noch ein anderes, geparktes Taxi gefunden und dort mal klargestellt, was er von diesem Berufsstand in seinem Innersten hält. Ende.
Tschüß.

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Gast

Beitrag von Gast »

Ach was... der kurdische Kutscher hat es doch nur gut gemeint und wollte Ihnen etwas Frischluft verschaffen.
Oder wären Ihnen solche Verhaltnisse lieber?
Pinkelpause mit tödlichen Folgen

MACHADO. Mindestens 19 Menschen sind in Südafrika ums Leben gekommen, weil der Fahrer eines überladenen Sammeltaxis bei der Pinkelpause das Anziehen der Handbremse vergessen hatte. Das Taxi rollte einen Abhang hinunter, raste über eine Brücke und stürzte in eine Schlucht. Der für 16 Insassen zugelassene Wagen war nach Polizeiangaben mit 26 Passagieren hoffnungslos überladen. (dpa)
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Kostedde
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DIE PARTEI Wahl zur Kanzlerkandidatin in Berlin

Beitrag von Kostedde »

TOP NEWS: Erwin wird politisch!
Jeden Tag nur Jux und Dollerei, das kann es auf Dauer auch nicht sein. Der Erwin ist ja schon ganz ausgemergelt von den langen nächtlichen Exkursionen. Deshalb notierte Erwin sich auf seiner ZU TUN Liste: "Kraft sammeln. Bier kaufen. Unterhose lüften. Herrn Quod vertrimmen." Damit war der Fall abgeschlossen. Nun beschloss der dynamische Powermops, auch die politische Bildung nicht zu kurz kommen zu lassen. Dumm rumpöbeln, das liegt dem Erwin ja. Immerhin hatte der Erwin ja schon Bekanntschaft begossen mit einem führenden Charakterkopf der hiesigen Parteienlandschaft, einem Leuchtturm des charismatischen Polit Understatements: nämlich dem Herrn Grafen. Aus dem prall gefüllten Füllhorn der Vorzüge des Herrn Grafen stach dem Erwin in erster Linie dessen Frau Gemahlin ins Auge. Ui! Endlich wurde einem mal Qualität geboten! Auch wenn Erwins pflaumenweicher Verstand nicht alle Konzepte nachvollziehen konnte, welche die fast zwei Meter hohe Blondine vor ihm auf den Kneipentisch legte, eins war klar: hier ging es um eine ganz grosse Sache, nämlich die Kanzlerkandidatur - und der Herr Graf wäre dann Kanzlergattin! Dieser lächelte jetzt schon versonnen. Offenbar ein ganz gerissener Machtpolitiker durch und durch. In Gedanken ging er offenbar alles bereits ganz genau durch: Weib holt die Mörderkohle rein, der Graf rechnet mit langjährigen Widersachern ab, Kanzleramt mit Subwoofern bestücken, Erwin zum Frauenbeauftragten machen. Sauber! Erwin holte sich vorsichtshalber noch ein Bier, um das alles besser verstehen zu können.

Die eigentliche Wahl nahm dann ziemlich unübersichtliche Züge an. Aufgrund der bedenklichen Bierversorgung war der Erwin gezwungen, das Biergartengelände für jede einzelne Flasche Bier zu verlassen und sich am Ende der Strasse an einer Türkenbude mit Verpflegung einzudecken. Der Erwin macht doch hier nicht den "Ich Stell Mich Doof In Die Schlange Depp"! Nee, so läuft det nich! Also: wieselflink abgesaust und mit zwei Granaten zurück. Ein Vorgang, der zwar den eigenen Geldbeutel entlastete, dafür jedoch eine Grundsatzdiskussion mit dem Herrn von der Securitate heraufbeschwor. Aber das ist eine andere Geschichte. (Bürschchen, Dich hab ich auf'm Kieker!)

Und dann hatten wir den Salat: Erwin kam viel zu spät! Sauerei! Die Kandidatinnen Eins bis Sechs konnte der kleine Mops fast gar nicht sehen! Immerhin musste er ja auch noch auf eine Art Leiter klettern, um einen Blick auf die völlig beschissen liegende Bühne erheischen zu können. Erwin stand also auf der Leiter, balancierend, Bierchen hier, Bierchen dort und verfluchte sich innerlich, dass er sein YPS MIT GIMMICK "Das Wunder-Periskop" nicht eingepackt hatte. Dann kam die Nummer Sieben! Endlich wurde mit der Unsitte gebrochen NACH der Rede Bravo zu rufen. Das sah alles ganz gut aus und Erwin applaudierte aus tiefster politischer Überzeugung VOR den ersten Worten.

Grafens Frau war die Nummero Acht. Es folgte eine lange Rede, welche inhaltlich zwischen den Antipoden Göbbels und Göring zu schwanken schien. Aufgrund der zwergenhaften Vorrednerinnen thronte das Mikrofon dabei allerdings zwischen Bauchnabel und noch tiefer, was eine weitere inhaltliche Auseinandersetzung glücklicherweise verschlankte. Mit Rücksicht auf seinen neuen Freund, den verträumten Herrn Grafen, beschloss Erwin, sich auf die handlicheren Teilnehmerinnen des Abends zu konzentrieren.

Die Nummer Neun war dem Erwin schon Tage zuvor aufgefallen: eine kleine, schwarzhaarige Lady, die mit einigen reizvollen Verpackungselementen aufzuwarten wusste. Hier ein Zopf, dort eine Brille, dann ein FDJ Hemd mit Halstuch - kurzum: eine ganze Menge Gedöns, wo man gleich dachte: WEG DAMIT! Während Erwin noch Pläne schmiedete, ob man mit der Brille oder dem Halstuch beginnen sollte, da war die Wahl auch schon vorbei - und: ei der Daus, es gab gleich zwei Überraschungen: Punkt eins: Erwin war NICHT vom Baum gefallen und Punkt Zwei: Lady Nummero Neun hatte gewonnen!

Na, da hätten Sie mal sehen sollen, wie flink der Erwin vom Baum runter war und sich in die Schlange der Gratulanten einreihte! Frau Kandidatin war sichtlich erleichtert, als sie den Erwin sah. Endlich mal ein Mann mit Format in dieser halbseidenen Bande von Abstinenzlern! Fröhlich prostete er zu. Auf eine erfolgreiche Regierung! Aber was war das?! Erwin blickte geradeaus in das begeisterte Brillengestell, als er plötzlich spürte, wie er von vorne geschubst wurde. Nanu? Komisch! Wo kam das her? Er blickte hinab und sah eine gnomenhafte Erscheinung, nur wenig mehr als einen Meter hoch, welche ihn frecherweise einfach weg schieben wollte! Ein dicker Hund! Ein kleiner verschwitzter Pottwal wollte den Erwin abdrängen! Na, nun wird's ja lustig!

"Der Typ hier will mich gerade ganz dumm anmachen", hörte er die Kandidatin sagen. Und der verschwitzte Schubsmops ergänzte "Los, zisch ab, Dicker, wir wollen unsere Ruhe haben!" Erwin war baff. Eine ganz ungewöhnliche Wendung des Abends! Dann wurde der renitente Gnom richtig frech: "Guck mal wie dick der ist!" Der Gnom fummelte an Erwins majestätischer Vorderseite. "Dein Bauch ist viel zu dick!"

Ja, so gings ja nun nicht! Erwin setzte zu einer Belehrung an. Das war ja wohl auch nötig. Und natürlich liess er sich NICHT einfach so abdrängen. Wäre ja noch schöner. "Das ist nicht 'dick' - das ist niedlich!" So. "Niedlich und knuddelig! Und griffig!" Kopfschütteln bei der Kandidatin. "Zeig mal den Rest!" Erwin spürte, wie die rotzfreche Aufpasserin, der kleine Pottwal gehörte nämlich wohl in den Sammelbegriff Frau, wie die also Erwins Hosenstall befummelte! Ekelhaft! Hunderte Ladys hatten in der Vergangenheit diesen Schrein der Qualität angebete - und nun wurde das Allerheiligste hier verächtlich gemacht! Potzblitz. Dass das politische Tagesgeschäft solche Züge annehmen würde, das war selbst dem Erwin nicht klar gewesen.

So langsam wurde der Erwin stinkig: "Finger wech, du Klops, geh zurück auf deine Weide!" Zum Glück hatte ein Rudel von Parteiaktivisten, - welche in grauen Kitteln die Wahlkampfveranstaltung lautmalerisch begleiteten und welche Erwins politisches Engagement bereits die Tage über kennen und schätzen gelernt hatten - das unwürdige Schauspiel beobachtet. Die Praktikanten sahen Erwins misliche Situation und ergriffen sofort Partei.

"Erwin! Lass dir das nich bieten! Los Dicker, hau mal auf den Putz!" Erwin nickte. Schliesslich wusste er, was er seinen Anhängern schuldig war.

"Ich unterhalte mich hier ganz gepflegt mit der Frau Kandidatin und du Fummelwurst nimmst jetzt gefälligst deine Flossen vom Erwin weg!" Es war zum Piepen. Der Pottwal schubste weiter. Dann sollte der Erwin auf einmal zeigen, dass er bereit sei, etwas zur Verbesserung seiner Figur zu unternehmen. Eine Erwin Reform sozusagen. Eine Schweinerei, wenn sie mich fragen! Also: Klimmzüge bitteschön! Der Erwin wurde zu einer Art Reckstange hinbugsiert. Erstaunlich, was es in diesem doofen Biergarten alles so gab. Wenig Bier, aber Sportgeräte! Normal ist das nicht! Und Schwupp hing der arme Erwin auch schon da dran. Null Problemo dachte er. Als er das letzte Mal an so nem Ding hing, da machte das Wupp Wupp Wupp und ein dutzendmal gings rauf und runter. Aber nun? Komisch. Es tat sich nix! Eigenartigerweise ging gar nix hoch. Wie ein Wasserballon hing der Mops da! Eine ganz große Sauerei!

Na, det werden wir ja sehn, wer hier vergackeiert wird! Aber Erwin hing schlaff da. Bitter. Frau Kandidatin fand das wohl auch noch "lustig". Schlimm. Dann beschloss Erwin, eine kreative Pause einzulegen und sich bei seinen wahren Freunden, den Praktikanten auszuruhen. Erstmal eine neue Strategie entwickeln! Puhh. Erwin schnaufte. "Los Manfred, bring dem Erwin schnell 'n Bier" hörte er sagen. "Und was zum Aufwischen." Erwin nickte dankbar. Komische Punkte flimmerten überall. "Bitteschön, ein Bier für Herrn Erwin. Schnabeltasse dazu?"

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Kostedde
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Live aus dem Chroblog

Beitrag von Kostedde »

Jemen das Seine - Live aus dem Chroblog

(dpa) Nach dem Ende der dreitägigen Geiselhaft hat sich Jürgen Chrobog in einem Fernsehinterview über die Hintergründe seiner Entführung geäussert. Dies berichtet soeben aus dem Haremszelt von Scheich Abu El Mopso unser wendiger Nahost-Agent 00-Erwin.

Wie die meisten freigelassenen Geiseln in diesen Tagen zeigte sich auch der Weltklasse Diplomat Chrobog in bestechender körperlicher und geistiger Verfassung, als er vor die internationale Presse trat.

Chrobog, der aus Sicherheitsgründen mit einem atmungsaktiven Jute-Schleier bekleidet war, erhob schwere Vorwürfe gegen den Hausmeister seiner deutschen Wohnung, einen hochrangigen Geheimdienstjuden. Es hätte da eine "kurze Gewalteinwirkung" in den urologischen Bereich gegeben und dann habe man ihn bei Mülltrennung und Wasserabrechnungen eiskalt "in die Pfanne gehauen". Das seien Fakten. "Der" gehöre in den "Kofferraum gelandet" und in den Fluss geworfen. Ja, nein, es gehe ihm Chrobog gut, also schlecht. Nachfragen seien Fakten, die Gründe seien die Argumente. Und die Schweinefleisch Grillparty mit dem jemenitischen Homosexuellen Verband wäre auch Bombe gewesen. Zumindest er, Chrobog, hätte weder Pipifax gesagt, noch Pipi gemacht und Al-Dschasira sei doch der bärtige Kumpel von Tim Taylor dem Heimwerkerkönig.

Zu weiteren Details seines FKK Urlaubes im Jemen wollte der passionierte Kosmopolit keine Auskunft geben. Immerhin seien alle Klarheiten beseitigt worden. Noch am Nachmittag müsse er im Auswärtigen Amt zu seiner persönlichen Erschiessung erscheinen. "Jemen das Seine. Tschüß".

Die Pressevertreter reagierten mit Erleichterung auf Chrobogs klärende Worte.


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Kurz angebunden präsentierte sich der Vollblutdiplomat Chrobog vor der Presse
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Kostedde
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Live von der Tischtennis WM

Beitrag von Kostedde »

Hat jemand sich schon mal so eine Tischtennis Meisterschaft angeguckt? Läuft gerade auf ARD. Sehr schwul, kann ich Ihnen sagen.

Hinter dem Moderator hüpft gerade ein Gummiball ähnliches Flauschtier als „Maskottchen“ herum - oder wie man so eine wabbelige Witzfigur heutzutage nennt.

Mich würde wirklich mal interessieren, was für ein Idiot eigentlich da drin steckt. Der hopst und klatscht wie ein Eichhörnchen auf Ecstasy. Vielleicht schwitzt da ein alter Bekannter aus der Schulzeit drin! Der Klassenstreber! Der Sack, der einen nie in die Fußball Klassenmannschaft gelassen hat! Der Schweinehund, der einen nicht die Hausaufgaben hat abschreiben lassen. Ist ganz der Alte geblieben.

So, nun gehen die Spiele los. Die hinterhältigen Asiaten sind natürlich ganz vorne dabei. Dieses fiese, kleinliche, unberechenbare Rumgeschnibbel mit einem Winzlingsball scheint den gelben Zwergen im Blut zu liegen. Normale Leute machen ja einen Sport, wo man durchaus auch mal RENNEN muss, um an den Ball zu kommen; und zwar an einen RICHTIGEN Ball aus Leder und nicht solch ein Windei voller Luft. Diese Hobbits stehen da auf ihren chinesischen Plattfüssen an der Platte herum wie der Erwin an der Wursttheke. Die gucken heimtückisch durch ihre Schlitzaugen und versuchen, mit ihren bösen Blicken dem Ball einen ganz miesen Drall zu verpassen. Mit Sport hat das in dem Sinne nichts zu tun, da es weniger um Bewegung sondern mehr um Rumstehen geht. Offenbar sind unsere asiatischen Sportskanonen auch besonders gut darin, so viele Luftlöcher in den Luftraum über der Platte zu hauen, dass jeder gutmütige deutsche Miniball Akrobat sich wundert, warum die Kugel immer irgendwohin plumpst, wo kein normaler Mensch mit gerechnet hat. Eine gewisse Grundgutmütigkeit im Umgang mit dem runden Sportgerät fehlt diesen Leuten komplett. Haben Sie zum Vergleich jemals gesehen, dass ein Rudi Völler mit zusammen gekniffenen Augen sich an die Strafraumgrenze gestellt hätte, zwanzigmal mit dem Schienenbein über den Ball gezwitschert hätte und dann das runde Leder unter der Grasnarbe rotieren hätte lassen, solange, bis Jean Marie Pfaff die Nerven durchgegangen wären und er vor lauter Spiralen in der Birne einfach stehen geblieben wäre und zugeguckt hätte, wie so ein Windei drei Millimeter an seinen Patschen vorbeigerauscht wäre?

Zusammengefasst könnte man sagen: der Asiat ist von einer trügerischen Freundlichkeit im Äußeren gekennzeichnet - und einem Mangel an Gutmütigkeit im Ballgefühl.

Ich bin mir sicher, in ganz Asien gibt es auch keinen einzigen Ball, der aus mehr besteht, als zu 99,9 Prozent heißer Luft. Haben Sie je von einem chinesischen Medizinball gehört? Alles, was unser heimisches Spiel mit dem runden Sportgerät erst richtig interessant macht, Pfostentreffer, RUMMS, Lattentreffer, KRAWUMM, Presschlag, UFFFFFTS und Mauerblock, BRRRRRUMM - all diese Aspekte stehen im grundsätzlichen Widerspruch zu dem asiatischen Ballgefühl, das einzig aus Luft und der Liebe zur körperlosen Leere zu bestehen scheint. Der Buddhist, trifft er auf einen Ball, wünscht auch hier Kontakt einzig mit dem Nichts, dem zarten Auf- und Abwind einer Idee von einem Ball, die Ewigkeit in Kugelform, das Hüsteln in den Birkenblättern, sanft rose farbene Verwirbelungen im Strudel einer Windböe... Aber niemals versteht der Ballsportler aus Fernost den eigentlichen Sinn eines Spiels, nämlich das Fabrizieren von einem richtigen KNALLER, einem BÖLLERSCHUSS, einer RIESENGRANATE. Beim Asiaten da wackelt nicht die Wand, wenn er gegen die Pille zimmert, da gibt es nur Verwirbelungen im Druckgefüge zwischen Großhirnrinde und Ball Innerem.

Besonders unsympathisch ist mir bei diesem Schnibbelsport auch, dass man da nichts richtig schön kaputt machen kann. Es gibt keine Fouls, keine Schwalben. Wenn man das Spiel zu verlieren droht, kann man als Gastmannschaft nicht einmal versuchen, der Heimmannschaft den Rasen kaputt zu treten. John Mc Enroe hat ja immerhin noch seinen Schläger kaputt gehauen. Aber hier? - Nüscht. Wenn es den Schlitzaugen zu anstrengend wird, dann machen die keine taktischen Fouls oder lassen sich theatralisch fallen, wenn sie nicht mehr an den Ball kommen. Nö, nix. Haben die wohl nicht nötig. Die gehen wahrscheinlich erst mal ne Tasse Tee trinken.

Freunde! So geht’s ja nun nicht! Das ist ganz und gar nicht das, was der Erwin unter Ballsport versteht!

Mir persönlich fehlt da auch eine gewisse Erdenschwere. Mann, wenn ich daran denke, welch ein erhabenes Schauspiel es war, wenn jemand wie Horst Hrubesch den Zweikampf mit der Schwerkraft aufnahm, in die Höhe aufstieg, die Birne hin hielt, das Ding rein machte und dann mit aller Wucht der Erdgravitation wieder nachgeben musste und zu Boden rammte - Kinders, das war Schwerkraft in Vollendung! Diese nervösen Ping Pong Pimmel dagegen, die hüppeln da immer nur hin und her. Mal so, mal so. Völlig läppisch. Die springen nicht hoch, die gehen nicht in Deckung. Oh, nein. Die tun nur so!

Bei der Arbeit macht der Erwin das auch immer so, indem er sich in die Werkstatt setzt, ein Bier unter die Werkbank stellt und dann irgend ein kaputtes Teil mit vielen Schrauben auf den Tisch legt. Einmal pro Minute wird mopsfidel mit einem Schraubenzieher gegen irgendwas aus Metall geklopft - damit alles schön nach Arbeit klingt. So was sieht immer gut aus, wenn der Meister rein kommt. Sie glauben gar nicht meine Damen und Herren, was für schöne und gut bezahlte Wochen der Erwin schon auf diese Art abgesessen hat! Und genau so wie der Erwin arbeitet, so spielen diese Ping Pong Schnullis Tischtennis.

Übrigens frage ich mich auch, wieso an diesen Schlägern überhaupt ein Stiel dran ist, wenn den sowieso keiner anfasst. Gucken Sie sich das mal ganz genau an! Die halten die runde Platte so komisch, nicht am Griff, wie es sich gehört – sondern so wie ein ungezogenes Kind, das extra um die Eltern zu ärgern einen Löffel zum Beispiel falsch rum anfasst. Wahrscheinlich ist das schick bei den fernöstlichen Homos, das Ding so zu halten, wie eine Geisha ihren Fächer. Entzückend! Wieso nicht gleich die Federboa mitgebracht? Normale Männer fassen ein Werkzeug so an, wie es sich gehört: den Schraubendreher am Griff, die Bohrmaschine am Griff, die Frauen an den Griffen. Haben Sie schon mal Clint Eastwood gesehen, der den Colt nicht am Griff angefasst hat? Sondern so halbschräg, die Finger an den Lauf gelegt und den kleinen Finger am Abzug? Die Ping Pong Boys halten den Schläger wie ein französischer Kellner eine Salatplatte! Ja, wenn ich ein paar lauwarme Froschenkel einem halbschwulen Zopfträger unter die Nase halten will, dann ist es vielleicht in Ordnung, die Patschhand UNTER die Platte zu legen. Aber machen sie das mal mit ner Bratpfanne! Ich könnte wetten, wenn so ein chinesischer Tischtennis Schwengel mal eine normale Bratpfanne mit einem Schweineschnitzel hochheben will, dann verbrennt der sich aber ganz gewaltig die gelben Flossen, wenn er seine Abneigung gegen das Benutzen eines Griffes nicht ganz schleunig überdenkt!

Aber ich reg mich da nicht weiter auf. Sollen die ruhig weiter so machen. Die werden schon sehen, wer letztendlich wem mit welcher Technik am besten einen drüber brät. Der Erwin hat da schon ganz andere Leute in die Pfanne gehauen. Over.



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Ein Fest für kleine Bälle und weiche Birnen: Schlachtenbummler bei der Tischtennis WM.
Zuletzt geändert von Kostedde am Di Mai 02, 2006 8:34 pm, insgesamt 1-mal geändert.
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Beitrag von General Amnestie »

Ein wunderbarer Essay, Erwin.
Bravo, bravo, bravo.
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Richard Tauber

Beitrag von Richard Tauber »

Mein lieber Erwin! Was wären das Forum und der Chat bloß ohne Sie?
Eine Spielwiese für warmduschende Profilneurotiker und langweilige Sesselfurzer? - Ach noch nicht einmal das! - Ihr Charme und Ihr Witz lassen einen heimatvertriebenen Wanderzigeuner wie mich ein wenig ausspannen und wirkliche Gastfreundschaft spüren! - Ich freue mich dass es Sie gibt und bin froh Sie beim nächsten #wussow - Treffen, in Bremen, Leipzig oder auch meinetwegen sogar am Ende der Welt wiederzutreffen.
Ein Prosit auf die nächsten 40 Jahre!!!
Alles Liebe, Gute und Beste (sic!) zum vierjährigen #wussow Jubiläum,
wünscht Ihnen
Ihr Freund
Graf Schlingel
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Beutelrobotier
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Beitrag von Beutelrobotier »

http://piv.pivpiv.dk/

So dann hol ich mal die 4-Jahre-Erwin aka Mops-wussowJubiläumsgrüße aus dem Beutel.


http://img423.imageshack.us/slideshow/p ... 0afg.smil


Erwin, der zweite Terf (demnächst auch bloß noch als pocketerf)?


________________________________________________________________
Sorry beim 2. Link funktionierte es nicht die Slideshow direkt anklickbar zu machen...
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Solipsist
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Beitrag von Solipsist »

Herr Tauber.


Sie scheinen gerne Bilder einzustellen, die mit viel Phantasie an After erinnern.


Na Sie, sind mir ja einer.


Solipsist
Hätte. Hätte Hätte. Sie sind doch gar nicht hier.
Richard Tauber

Beitrag von Richard Tauber »

Solipsist hat geschrieben: Sie scheinen gerne Bilder einzustellen, die mit viel Phantasie an After erinnern.

Solipsist
Und Sie scheinen viel Phantasie zu besitzen, Herr Solipsist.
MfG
Graf Tauber
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Kostedde
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Auge in Auge mit dem Bezwinger der Meere!

Beitrag von Kostedde »

Gute Neuigkeiten: der Spezialagent 00-Mops ist mal wieder in hochgeheimer Mission unterwegs. Im Auftrag ihrer Majestät reist der kernige Pionier heute zur Abwechslung mal in die Vergangenheit. Wir steuern das Jahr 1490 an. Spanien. Im Gepäck: eine Landkarte der heutigen Welt. Hochinteressant. Derart gut ausgerüstet angekommen, fragt sich der Geheimagent dann zu einem gewissen Seniore Christoph Kolumbus durch. Ein ganz harter Bursche - und ein Mann von Morgen, wie man hier, also damals, sagt.

Auf der Suche nach dem großen Bezwinger der Ozeane läuft der Erwin sich die Füsse platt. Ein ziemlich grosses Land! Am Wegesrand zeigt der wackere Schwitzmops die Weltkarte dann beim Picknick auch anderen Leuten, die da gerade so rumwatscheln.

„Guten Tag, Erwin mein Name, ich komme aus der Zukunft und ich habe eine höchstwichtige Entdeckung gemacht, die ich dringend Herrn Christoph Kolumbus zeigen muss! Hier gucken sie mal! - (Der Erwin zeigt die Karte. - Allgemeines Unverständnis) DAS IST DIE WELT (Erwin legt seinen Wurstfinger auf Spanien) und hiero, da befinden SIE sich meine höchst verehrten Damen und Spanier!"

Man staunt! Doch dann macht sich Unmut breit. „Wie? Det soll Galicien sein! Alter, wohl’n Arsch offen! SO klein! Lass det nich den König hörn!“ Und dann muss der kleine Mops sich auch schon sputen.

Eine schöne Scheisse ist das, dieses Mittelalter in Spanien, das kann ich Ihnen sagen liebe Leser! Kein Veterano! Null Paella! Statt dessen nur kleine Schleimer mit Mundgeruch, die ihrem Eierkopp von König hinten reinkriechen wollen!

Nach langer und beschwerlicher Suche kriegt der geschichtsbewusste Powermops den Kolumbus dann doch noch beim Schlafittchen dran. Natürlich stockbesoffen in einer Kneipe!

"Tach Seniore Kapitano, Himmel, bin ich froh, sie endlich zu treffen!" Der Erwin braucht erst mal ein Bier! Suchen macht durstig, müssen Sie wissen.

"ICH GEB DIR GLEICH MA KAPITANO; ABER VOLL AUF DIE ZWÖLF FREMDLING!" Der Kapitano hat schon schwer Schlagseite, steuerbord.

"Ui jui jui, schlecht geschlafen, Meister der Meere?"

"Noch so n Spruch, und es gibt gleich Mastbruch bei DIR Bürschchen! Seit einem Jahr sitz ich hier auf’m Trockenen! Die Arschlöcher geben mir kein Schiff! Jeden Tag nur ficken! Seh ich aus wie ne Landratte mit nem Gummipimmel?" Er grunzt. Der große Entdecker ist gar nicht gut in Form.

"Ich verstehe... Muss ne schwere Zeit für einen Vollblutschiffer sein.“ Erwin blickt mit Mitleid aber doch auch Bewunderung zu dem tapferen Mann. „So wie beim Erwin in der Bundesliga Spielzeitpause."

Erwin wird nun mutig: „Aber ich komm ja wegen was ganz anderem! Gucken sie mal hier, edler Schiffer...“ Mit einer triumphierenden Geste entrollt Erwin seine Weltkarte, als gelte es, mit dem Schwung eine ganze Fregatte vom Stapel und sich selbst voll laufen zu lassen. „Töröh! DAS, mein lieber Dickschiffer, DAS ist die GANZE Welt!"

Eine Stille breitet sich im Saloon aus, wie einst beim Null zu Eins im Olympiastadion.

„Und weil sie doch eine kleine Schiffstour gen Westen planen, Seniore, da dachte ich, ich zeige ihnen det mal! Gut nich?!"

Der Käpten wischt sich Getrunkenes vom Bart. "Häähöo? Det Blaue da, ist dat der Himmel?"

"Aber nein, großer Kapitän, das Blaue, das soll das Wasser sein!"

„Wot?“

"Wahasser! Kennen sie doch! Huhu! Kapitano! All clear? Wasser, det ist das Zeug, auf dem sie so gerne rumschwimmen! Tuuuut, tuuut! In meiner Badewanne bin ich Kapitän, comprendre?!“

"ICH WILL KEEN WASSER, ICH WILL NOCH N BIER!" Der Kapitano ist ein energischer Mensch, müssen Sie wissen, liebe Leser, mit dem nicht gut Kirschen essen ist, wenn er auf dem Trockenen sitzt.

Und auf See ist er noch schlimmer!

„Ick brooch keene Kartn! Ick fahr imma wie icke dat will! Den Schmierkram kannste dir mit auf Klo nehm! Ende!" Der Captain hatte gesprochen.

„Aber es wäre doch so wichtig, mein Führer, immerhin sind sie doch der größte Entdecker aller Zeiten, und da sollten sie sich mal ganz genau überlegen, ob sie wirklich auf den Bahamas oder den Bermudas Rabbatz machen wolln, oder ob sie nicht lieber gleich einen Panama Kanal buddeln oder sich sonst was Schlaues einfallen lassen wollen!"

"Bermudas? Find ick jut! Icke habs nämlich gerne bequem, das Beinkleid. Also jut! Ick fahr also hier los, ja?" –

"Nein, mein Held, das ist Grönland, auch sehr schön! Das können sie ein andermal entdecken, wenn es ihnen im Sommer hier auf dem Campingplatz zu warm wird! – HIER, großer Meister, hier sind wir!" (Der Mann ist ja völlig betütert!)

Kolumbus fährt mit seiner starken Hand über die Karte. Der Seewind bläst ihm um die rote Nase. "BOOOOOOTSMANN! ANKER LICHTEN! GUTE NEUIGKEITEN: DER KALEUT STICHT WIEDER IN SEE! MÄNNER! LEINEN LOS! BAHN FREI!" Er skizziert mit seinem Enterhaken die Route. „Hier geht’s los, dann Vollgas geradeaus. Alle Maschinen Volldampf! Immer hart am Wind!“ Vor Erwins glänzendem Auge verwandelte sich die Entdeckerlegende wieder ganz in den mopsvitalen Top-Tyrannen, wie ihn die Geschichtsbücher kennen – und wie er in jeder zweiten Supermarktfiliale als stellvertretender Abteilungsleiter zu finden ist.

„Das wird n Knaller, wenn wir mal aufräumen in der indischen Homosexuellen Szene! Smutje! Pökel er dort unten nicht in seiner Kombüse rum sondern bringe er mir mein Fernrohr, aber hopp! SO N ROHR KRIEG ICH DA – SO N ROHR!“

Der große Entdecker streift sich seine Augenklappe über während er die Route auf der Karte entlang fährt.

"Und dann immer volle Buddel Kimme und Korn geradeaus, de Olle mit sin Kaventsmann die Schotten gewichst, den Klabautermann bei den Eiern gefickt - und RUMMS sind wir dank der vorzüglichen Karte meines treuen Assistenten Senior Erwinolso in (grosse Pause)... INDIEN!“

Von Begeisterung gepackt springt Erwin mit der Menge auf. „Sieg Heil! Hurra! Kolumbus, hey ho, lets go! FOUR MORE YEARS!”

“Jawollja, mein guter Kamerad, edler Don Erwinolso, dann machen wir es uns in Indien gemütlich, braten erst mal ne Wurst. Und dann wird richtig schön ausgerottet und wir lassen die kleinen Buschbewohner für uns zur Bierbude hopsen!“

Tränen des Glücks laufen dem Erwin über die Wangen. Ein Gemisch aus Mensch und Bier. Ergriffen blickt der rundliche Mann aus der Zukunft auf Kolumbus' Finger, wie dieser auf der Karte die neue Welt markiert.

„Ja, da wird doch der Mops auf dem Bootsdeck verrückt“, murmelt Erwin ergriffen. „Der Tausendsassa hat doch tatsächlich vom spanischen Festland aus Palma de MALLORCA entdeckt! Eine nautische Meisterleistung!“


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Erst Klo- dann Landgang: Die Jahrhundertfigur Christoph Kolumbus im Exklusivgespräch mit Historien-Genie Erwin Kostedde
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Im Cafe

Beitrag von Kostedde »

Dampf- und Blubberköppe herhören!

Wissen Sie was? - Der Erwin sitzt hier grade kugelrund im Cafe. Alles topfit soweit, scharfe Ladys in Sicht-, Kuchen in Griffweite. Nur schmecken tut hier was komisch! Wissen Sie, wie die hier den Kaffee machen? Jetzt halten Sie sich fest: Diese Kleinstadt-Gigolos hinterm Tresen füllen hier einen großen Kaffeepott erstmal halbvoll mit heissem Wasser. Und dann schütten die die obere Hälfte mit Espresso nach! Grausam.

Schon gestern, als ich die Plörre hier zum ersten Mal getrunken habe, dachte ich mir: woran erinnert dich bloß dieser Geschmack? Es schmeckt irgendwie nach... hm, hm... Nach etwas, was man kennt... Schon mal getrunken... Hm, hm. - Genau! Es schmeckt nach Nix, nach heißem Wasser! Und heute habe ich dem Kaffeevogel dann mal auf die Flossen geguckt, wie er da an seinen Verwässerungsmaschinen am Rumwurschteln war. Diese halblaschen Schlaffo-Cafes geben ja wohl eine Unmenge an Geld aus, für die Installation von diesen affigen Druckbehältern, die einzig nur dem Zweck dienen, Wasserdampf in seiner reinsten Geschmacklosigkeit herzustellen. Alles nur Schau, wie auf der Kirmes: es soll nur tüchtig dampfen und zischen und blubbern - damit die Doofis denken, hier wird einem was geboten für die Moneten.

Mann, Mann, Mann...!

Feurige Spanier, echte Männer, sind dafür in Vorzeiten über unermesslich große Ozeane geschippert und haben auf der anderen Seite erstmal alle kleinen braunen Leute platt gehauen, nur um an dieses leckere Zeug zu kommen! Das sollte doch eine Verpflichtung sein! - Und hier machen die heutzutage Planschi Planschi mit Wasserdampf und feuchter Luft!

Und ich sag Ihnen noch was! Jetzt hören Sie mal ganz genau zu, liebe Leser! Ihnen kann ich's ja sagen: Wasser ist eigentlich zum Putzen da, einer zutiefst unmännlichen Tätigkeit, oder zum Baden oder zum Betreiben von Dampfmaschinen oder Kühltürmen! Wenn ich einen Schluck schwules Wasser TRINKEN will, dann fahr' ich nach England und stelle mich in den Regen! Ende der Durchsage.

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Eines der ganze wenigen korrekten Anwendungsbeispiele für den geschmackvollen Einsatz von Dampf.
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Kostedde
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Beitrag von Kostedde »

Wird die Menscheit möglicherweise eines Tages verhungern? Weil sie zu blöde ist, ihre Einkäufe auf das Laufband im Supermarkt zu legen?

Gut möglich, meint Sozialreporter Erwin K und berichtet aus dem Krisenherd

Wenn man im Supermarkt an der Kasse steht, ist Ihnen da eigentlich schon mal aufgefallen, wie sehr dort der gemeine Mitmensch zu einer allgemeinen Überforderung neigt, die bis auf die Grundmauern seines geistigen Gebäudes zu reichen scheint? Hm? Vermutlich nicht, liebe Leser, denn Sie gehören sicherlich genauso zu jenem Menschenschlag, über den heute zu sprechen ist.

Es ist erstaunlich, wie sehr doch die vermeintlich einfachsten Tätigkeiten (eigentlich handelt es sich ja nichtmal um Tätigkeiten, sondern lediglich um Handgriffe), die allermeisten Mitbürger schnurstracks über den Rand ihrer eigenen Belastbarkeit bringen.

"Ui, ja, jetzt gleich, gleich bin ich dran, hm, hm, ja dann muss ich, uijuijui, dann muss ich hier ALL die VIELEN VIELEN VIELEN Sachen, die muss ich dann auf dieses komische, ja was ist das? - auf dieses komische Band legen, eijeijei, ob ich das wohl schaffe, immerhin bin ich ganz alleine und ich mache das erst zum 3 millionsten siebenhunderttausendsten mal in meinem Leben, da ist man vor unberechenbaren Überraschungen NIE sicher! Womöglich passiert noch was! Irgendwas, was ich nicht verstehe. Wäre ja nicht ungewöhnlich. Meinem Gesichtsausdruck nach zu urteilen verstehe ich ja nie etwas. Aber, oh grosser Schreck! Huch! Wo ist mein Wagen? Ich gucke erstmal überall hin. Scheisse, an der Decke hängt er nicht! Wie kann das sein? Ah, hurra, Gott sei Dank, da isser ja! Immer noch in meiner Hand! Himmel, was man alles bedenken muss..."

Ich schwöre Ihnen, sowas denken diese Menschen wirklich! Machen Sie sich da keine Illusionen. Wären diese Menschen ein Prozessor, dann würde der Lüfter in ihrer Birne auf Hochtouren laufen.

Komischerweise ist diese zur Schau gestellte Überforderung auch niemandem peinlich. Oh nein! Ganz im Gegenteil, es scheint auch irgendwie als schick zu gelten, immer hart am Wind, also hart an der Grenze der eigenen Auffassungsgabe zu segeln. In der Arbeitswelt würde man diese Körpersprache übersetzen mit: "He, Chef guck mal her, ich bin einfach zu doof für diese Arbeit, bitte gib mir etwas einfacheres, oder schick mich bitte nach Hause, das ist ja ein mörderischer Höllengulag hier, du alter Sklaventreiber!"

Kein einziger von diesen Leuten macht den Eindruck, er könne womöglich bei dieser Nerven zerfetzenden Tätigkeit noch einen ANDEREN Gedanken zusätzlich hegen. Zum Beispiel: "Warum guckt der Typ hinter mir mich so mitleidig und angewidert an und macht sich Notizen? Womöglich, weil ich ein 40 jähriger erwachsener Mann bin und mich aufführe, wie ein dreijähriges Wickelkind, das nicht weiss, wie ein Leben ohne Lolli möglich sein sollte?"

Diese Leute können für diese zwei endlosen Minuten ihres Lebens, die sie Dinge auf das Laufband legen nur eins denken: "Was mache ich jetzt? In den Korb gucken? Nachdenken! Gucken! Sehen! Ding greifen. Was nun? Ach ja, hoch heben. Wohin damit? Hm, hm, mal gucken. Ah! Ein Laufband! Hin damit! Puh, geschafft! Bin ja auch ein geiler Typ! - Und nun? - Achduscheisse! Das gleiche NOCH einmal! Meine Nerven! Nimmt dieser Albtraum denn nie ein Ende! Hilfe, der Strudel der überraschenden Ereignisse droht mich zu verschlingen!"

Man fragt sich, ob man für diese Leute noch Mitleid aufbringen sollte, oder ob man diese Stufe der Anteilnahme nicht besser überspringen sollte, um gleich zur bodenlosen Verachtung überzugehen. Wie können es diese Kreaturen bloss schaffen, mit der Souveränität eines Eichhörnchens irgend eine andere Aufgabe in ihrem Leben zu bewältigen?

Sexualverkehr?
Klogang?
Spurwechsel?

Wieso um alles in der Welt kommt nicht ein Zivildienstleistender und kümmert sich um die?

Und dann hört man die Kassiererin: "Ach Herr Professor Doktor Meier, operieren sie heute gar nicht oder haben sie Vorlesung?"

Sie sehen, ich spreche hier nicht von mongoloiden, rumänischen Kurdenasylanten! Ich spreche von Leuten wie IHNEN, liebe Leser! Jaaaaa, "ganz" normale Leute! Und jetzt wissen Sie Bescheid, dass ich Sie weiterhin auf dem Kieker habe. Ende.

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Randgruppenreporter Erwin bei der Auswertung der umfangreichen Recherche Ergebnisse
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TalkingSeal
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Registriert: Fr Jan 14, 2005 1:22 pm

Beitrag von TalkingSeal »

Also wenn hinter mir in der Schlange, im Supermarkt schon jemand ganz fickerig wird, weil er, nachdem er nun geschlagene 10 Minuten apathisch mit mir und allen anderen gänsemarschierte, nun meint: JETZT!, jetzt, müsse aber alles ganz schnell und zackig gehen und wenn er dann schon wie ein kleines Kind von einem Bein auf das andere wippt, als könnte er nun wirklich nicht länger an sich halten und er dann anfängt mit den Augen zu rollen und seinen kleinen Einkaufswagen mit seinen kleinen Wurstfingerchen fester noch packt als bisher schon, so dass sich das Weisse an seinen Handknöcheln zeigt und seine Lippen immer dünner, der Hals aber immer dicker wird.. ja dann.. dann lasse ich mir immer aber so richtig schön extra Zeit mit dem Aufladen der Ware auf das Laufband. Ganz gemütlich werd ich da! Hach...wo ist noch gleich der Einkaufswagen? Hinter mir? An der Decke? Neee, da isser nicht.. ach da vor mir ist er ja... Huuu.. dann wollen wir doch mal die Katzenfutterdose aufs Band raufpacken - Teufel ist die schwer - auf drei! Eins.. zwo .. .Hee moment.. lässt sich da nicht noch der Abwiegebeleg von der Tomatentüte abfrickeln? Und besser, ich zahle heute doch nicht Bar, bringt mindestens eine Minute Verzögerung, hehehe... ob es hier wohl so ne Kundenkarte an der Kasse gibt? Hmm... He, Sie da, junger Mann, könnten Sie vielleicht mal kurz Ihren Einkaufswagen loslassen und mir wohl noch ne Tüte da unten rausgeben? Oder besser zwei? Danke! Nee zwei waren doch zuviel, könnten Sie eine wieder hinpacken? Was? Ja, sie mich aber auch!
"Alle Kinder der Klasse 3b sind doff! [sic]"
Peer Fettpo
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