Die dispensorische Erziehungstheorie ...

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Guybrusch Threepwood
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Die dispensorische Erziehungstheorie ...

Beitrag von Guybrusch Threepwood »

kennen vielleicht schon viele, aber...

Ich entschuldige mich bereits im Voraus und verbleibe,

mit freundlichen (aber geklauten" Grüßen

GT



Was den denkenden Menschen von anderen unterscheidet, ist seine Kritikfähigkeit.

Kulturen entstehen und gehen unter. Dies ist ein Gesetz allen biologischen Lebens. Eine strukturelle Dialektik zwischen Innovation und Stagnation ist allumfassend konstatierbar. Schon die griechischen Philosophen, und dort vor allem Euklyptos, haben auf diesen Sachverhalt hingewiesen. Dies gilt sogar für das Klima und die Folge der Jahreszeiten. Die menschliche Gesellschaft gleicht so einem Garten, in dem die prächtigsten Pflanzen neben häßlichem Unkraut gedeihen. Um einen Eisschrank zu erwerben, muß ein Arbeiter in England zehn Stunden arbeiten, in Argentinien etwa zehnmal soviel. Demgegenüber gibt es kaum ein Dorf in Afrika, in dem nicht ein Transistorradio anzutreffen wäre.

Die Erziehung in Afrika unterscheidet sich von der Erziehung in Amerika oder Europa. Die Gültigkeit einer mathematischen Formel ist nicht durch Kontinente begrenzt. Gegenstand der Naturwissenschaft ist die Natur. Wenn Naturwissenschaft alles ist, so ist auch alles Gegenstand der Naturwissenschaft. Feld, Wald, Transistorradios und Menschen bilden so eine Einheit im Ganzen. Im Boxsport kommt es darauf an, den Gegner k.o. zu schlagen. Der Stärkere gewinnt gegen den Schwächeren. Schönheit als Kategorie der Natur spielt im Boxsport keine Rolle. Die Phänomene der Welt müssen beschrieben und geordnet werden, bevor sie in eine Theorie gebracht werden können. Nichts anderes ist die Grundlage der dispensorischen Theorie, die den Anspruch erhebt, die Phänomene der Welt in ihrer Totalität zu erfassen. Versucht man diese Theorie auf die Erziehung anzuwenden, so heißt dies, eine allumfassende Theorie der Erziehung zu begründen, die ihre Bestätigung letztlich in der Praxis erfährt, wobei Praxis im einfachen Sinne als individuelles und gesellschaftliches Handeln verstanden werden soll. Die dispensorische Erziehungstheorie ist somit nicht nur erkenntnistheoretisches Prinzip, sondern bedeutet vor allem Handlungsorientierung zur Veränderung und Verbesserung individueller und sozialer Lebensbedingungen, die die kulturellen und gesellschaftlichen Unterschiede tendenziell aufzuheben vermag.
Doch wer gefälschten Zaster prägt
und Schuh´ aus Alabaster trägt,
wer alle diese Laster pflegt,
verdient, dass ihn der Mast erschlägt.
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hessen-wohin
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Re: Die dispensorische Erziehungstheorie ...

Beitrag von hessen-wohin »

Guybrusch Threepwood hat geschrieben:Im Boxsport kommt es darauf an, den Gegner k.o. zu schlagen. Der Stärkere gewinnt gegen den Schwächeren. Schönheit als Kategorie der Natur spielt im Boxsport keine Rolle.
Wie wahr, möchte man da ausrufen! Wenn man Schönheit als Kategorie nimmt, dann ist dieser Text doch recht gelungen. Was macht es da schon, wenn er wenig sinnvoll ist. Ähnliche Text, aber in einem durchaus grösseren Massstab gab es in der Philosophie und, wie man auch mal in der SuperLupo lesen konnte, in der theoretischen Physik. Und natürlich bei uns, nämlich hier.
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HellBoy
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Re: Die dispensorische Erziehungstheorie ...

Beitrag von HellBoy »

hessen-wohin hat geschrieben:Ähnliche Text, aber in einem durchaus grösseren Massstab gab es in der ...
Und natürlich in der Politik z.B. hier:

http://politics.guardian.co.uk/speeches ... 75,00.html

http://www.whitehouse.gov/news/releases ... 317-7.html
Kann sein, kann auch nicht sein.
Man weiss es nicht.
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hessen-wohin
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Beitrag von hessen-wohin »

HellBoy hat geschrieben:
hessen-wohin hat geschrieben:Ähnliche Text, aber in einem durchaus grösseren Massstab gab es in der ...
Und natürlich in der Politik z.B. hier:
Eigentlich meinte ich damit sinnlose Texte, die, in einer wissenschaftlichen Sprache geschrieben, zeigen sollten, wie man auch den letzten Unsinn entsprechend verpackt als wissenschaftlich Bedeutungsvolles verkaufen kann. So hat ein namhafter amerikansicher Philosoph einer namhaften philosophischen Zeitschrift einen völlig sinnfreien, etliche Seiten dicken Text angeboten und diese druckte ihn auch prompt (Namen des Philosophen und der Zeitschrift sind mir leider entfallen). Bush und Blair werden mit ihren Reden wohl andere Ziele verfolgt haben.
Dass ich im gleichen Atemzug unseren Diskusrethik Weekly, der sicherlich zu den sinnreichsten und schönsten Blüten der Diskurskultur gezählt werden darf, nannte... nun, das war nicht richtig. Eine Inkonsequenz. Ich wollte einfach mal auf diesen Strang hinweisen und setzte mich über den logischen Bruch hinweg. Dies möge bitte entschuldigt werden.
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HellBoy
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Beitrag von HellBoy »

Ich glaube der Herr mit dem Nonsense-Artikel hiess Sokal.
Kann sein, kann auch nicht sein.
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Cherno Jobatey
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Beitrag von Cherno Jobatey »

HellBoy hat geschrieben:Ich glaube der Herr mit dem Nonsense-Artikel hiess Sokal.
Sokal. Alan Sokal. Ganz genau.
<a href="http://www.nytimes.com/books/98/11/15/s ... -fish.html" target="_blank" class="postlink">Das</a> schrieb damals (1996) die 'New York Times' über den Fall. Und <a href="http://www.physics.nyu.edu/faculty/sokal/index.html" target="_blank" class="postlink">hier</a> ist die Homepage von Professor Sokal, von der aus man auf den Wellen, die diese geniale Verlade damals geschlagen hat, durch praktisch die ganze wissenschaftliche Welt surfen kann.
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HellBoy
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Beitrag von HellBoy »

Herr Jobatey, sie verblüffen mich immer wieder.... 8O
Kann sein, kann auch nicht sein.
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hessen-wohin
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Beitrag von hessen-wohin »

oha, dann hatte ich das falsch in Erinnerung, es war also kein Philosoph, sondern ein Physiker, der den armen Soziologen diesen Streich gespielt hat. Ach, immer müssen diese bedauernswerten Soziologen für solche Scherze hinhalten, und dann natürlich noch Strukturalisten bzw. Dekonstruktivisten... man kann von ihnen doch nicht erwarten, dass sie dieses wirre Physikerzeug verstehen.
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