Sehr geehrte Tippspielgemeinde,
Zu allererst bitte ich Sie erneut um Verzeihung, dass Sie so lange einer Auswertung harren mussten und danke Ihnen erneut für Ihre Geduld.
Doch kommen wir zur Sache:
Der Todesengel 2004/2005 hat geschrieben:HURRA!
Der Tod ist und bleibt ein Meister aus Ungarn, zumindest bei wussow.tk. Und das ist doch irgendwie auch nicht sehr verwunderlich - unser Völkchen hat immerhin über drei Jahrzehnte seine europäische Marktführerposition im Suizidgeschäft behaupten können und erst kürzlich eingebüßt, da sei mir ein gewisses Näschen für den letzten Seufzer bitte gegönnt. Sobald ich im Rheinland angekommen bin, werde ich für Gratulanten eine Runde Fingerhut-Getränk ausgeben, was man dort - rheinische Frohnatur, die man eben ist - witziger Weise "Bier" nennt.
Doch genug der Selbstbeweihräucherung, denn auch bei mir war nicht alles Tod und Verderben in dieser Saison, und es gab außerdem eine Reihe beachtlicher Nachwuchstalente. Gehen wir chronologisch vor:
Die Saison begann gleich mit zwei Rückschlägen für die gesamte Tippgemeinschaft: Nacktphotograph
Richard Avedon und Psycho-Duschmaus
Janet Leigh sind beide nur wenige Tage nach Abgabeschluss quasi hand in Hand ungetippt von uns gegangen.
Doch auch der erste "Erfolg" ließ nicht lange auf sich warten: Der freche Zuspätgekommene und T-Tipp-Neuling
Airsoul verblüffte uns zugleich mit einem schicken Exklusivpunkt (
Rodney Dangerfield). Doch der strahlende Glanz dieses Erfolges verblich schon bald in einen matten Schimmer, als erneut
Airsoul sich das "völlig" "unerwartete" Irak-Urlaubs-Ende eines gewissen Herren
Kenneth Bigley zunutze machen wollte. In ehrenhafter Übereinkunft konnte aber doch noch ein weniger kopfloser Ersatztipp vereinbart werden.
Auch Herrn
Aprilfischers Pro-Live-Sabotage-Versuch konnte Einhalt geboten, und somit ein vielversprechendes Neumitglied (wenn auch reichlich verspätet) in unserem nekrophilen Kreis begrüßt werden, doch dazu später mehr.
Denn zunächst ging es traurig und punktelos weiter: Während Superman
Christopher Reeve endgültig gen Himmel entschwebte, machte
Jacques Derrida seine vorerst letzte Erfahrung des Unmöglichen und beantwortete eine seiner großen Fragen ("My death, is it possible?") mit einem klaren "Oui." Vielleicht könnte Herr Adorno an dieser Stelle ein nettes Wortspielchen einfügen, in dem "Dekonstruktivismus" vorkommt, ich verstehe von sowas ja leider nichts.
Doch blicken wir weiter auf die frischen Grabhügel: Schnell mit dem freundlichen Ableben von Queen Mums älterer Schwester
Prinzessin Alice gepunktet, ging uns allen dagegen
John Peel schon wieder durch die, ähm, Leichenlappen.
Ein großes Hallo Anfang November in Amsterdam:
Theo Van Goghs spektakuläre Straßentheaterperphormance hat uns alle "kalt erwischt".
Dann am 11.11. endlich der erste große Massenerfolg: Die Herren
Gunter von Saarwerden, Holz, Knolle, Rucketäschel und Barschel läuteten den Karneval mit einem fünffachen "Helau,
Arafat" (Verzeihung) ein - herzlichen Glückwunsch!
Doch diesem Sieg über das Leben folgte anschließend eine lange, traurige Phase der Punktelosigkeit im Tippspielsport:
Old Dirty/ bzw. Dead Bastard, Prinz Bernhard, Maria Perschy, Willy Illbruck und Arthur Hailey zogen uns allen eine Schnute. Herr
Josef Schwammberger zog auch, allerdings in das finale Deathcamp ein, während
Kevin Coyne jetzt hoffentlich mit den Engelchen weitermusiziert. Auch
Fathi Arafat wollte nicht alle 70 Jungfrauen seinem großen Bruder Jassir alleine überlassen; kurze Zeit später eröffnete
Will Eisner das neue Jahr und legte Stift und Zeichenbrett endgültig zur Seite - doch es sollte noch "bunter" kommen: König
Moshammer sorgte (aus der Sicht von Herrn Pikahuna Burger leider mit einem Jahr Verspätung) für die wohl zweitschönste Beerdigung der Saison (und für eine langandauernde Daisy-Avatar-Welle im Forum).
Clarke Dalton beamte sich dagegen wieder etwas diskreter und von uns weitgehend unbemerkt von diesem Planeten.
Ein anderes Literatensterben brachte nach dieser langen Flaute kurze Zeit später endlich wieder einen (leider einzigen) Punkt ein: Newcomer
Aprilfischer durfte exklusiv über
Ephraim Kishons letzten Witz lachen.
Mit 19 Jahren mehr auf dem Buckel stieg auch der 99jährige
Max Schmeling aus dem Ring und bescherte uns den zweiten großen "Rundumschlag": Die Herren
Korrektor, General Amnestie, Lukko Rauma, Airsoul sowie meine Wenigkeit haben die nötige spielerische Weitsicht besessen.
Der
nicht gesellschaftsfähige Herr
Wolpers besaß diese bezüglich
Arthur Miller ebenfalls: nur leider in der falschen Saison. Das
Spiel um die Zeit hatte Wolpers somit verloren, stürzte
Nach dem Sündenfall aber hoffentlich trotzdem nicht in
Die große Depression , bzw. sich
(...)von der Brücke, und setzt die anstehende Saison wieder auf den
Death des richtigen
Salesman.
(Puh...)
Hans Jürgen Wischnewski ahnte den Niedergang der Sozialdemokratie wohl voraus und zog sich noch rechtzeitig (wenn auch ungetippt) in den endgültigen Ruhestand zurück; ähnliches gilt für Menschenrechte und
Peter Benenson.
Doch dann: Die entzückende
Brigitte Mira tanzte sich "frech, pfiffig und geradeheraus" in den Orchestergraben und somit in die Herzen der Herren
Barschel, Datensichtgerät und General Amnestie.
Anfang April ging es dann mit der großen Todestrilogie (an dieser Stelle sei nochmal an die Bildonline-Schlagzeile "Bald tot, fast tot, schon tot" erinnert) richtig in die kalte Phase: Flasche leer bei
Harald Juhnke - auf diesen April"scherz" am 1. konnten
Louis Antoine Saint-Just, Hellboy, Datensichtgerät, Korrektor, Knolle, Loïk Le Floch-Prigent, Rucktäschel und ich fröhlich anstoßen.
"Wer lange stirbt, dem glaubt man nicht" - das habe ich mir zwar nicht selbst ausgedacht, finde die Quelle aber beim besten Willen gerade nicht - egal, diese Theorie falsifizierte kurze Zeit darauf endlich unser aller absoluter Top-Favorit
Karol Wojtyla. "Papa ante Himmelsportas" bedeutete für
Louis Antoine Saint-Just, Hellboy, Datensichtgerät, Korrektor, Knolle, Loïk Le Floch-Prigent, Rucktäschel, Herrn Mattes, Prinz Poldi, Larifari, 1. FC Blutwurst, Lukko Rauma, beeblebrox, Barschel, Airsoul und mich also "habemus puncto-papam".
Mit
Fürst Rainier gelang es mir jedoch noch in der gleichen Woche, meinen Vorsprung trotz allem weiter auszubauen.
Nach diesen massenhaft erfolgreichen Tagen wurde erneut eine Phase der mehr oder weniger einzigartigen Siege eingeläutet:
Robert Mugabe und
Gunther von Saarwerden machten mit
Erika Fuchs den Anfang, gefolgt von
Aprilfischers zweitem Exklusivpunkt in Form von
Maria Schell sowie
Schickelhubes Erstem mit
Paul Ricoeur.
"God bless you please, Mrs. Robinson" titelten Anfang Juni gefühlte drei dutzend Periodika - mit
Mrs. Bancroft konnte dennoch niemand punkten.
An dieser Stelle erlaube ich mir einen kleinen Sprung über einige hier ohnehin unerwähnt gebliebenen Promisärge hinweg gleich zum nächsten Lieblingstodesfalltitel sämtlicher wahnisinnig origineller Journalisten auf der ganzen Welt:
"Beam me up, Scotty", harrharr, dennoch kein Punkt für niemanden.
Wir nähern uns der Zielgeraden:
Wim Duisenberg zählt fortan die Euros von unten,
Ibrahim Ferrer genießt den wahrlich "buena vista" nun aus himmlischen Höhen (und Herr Mattes freut sich über einen Exklusivpunkt), die schöne
Eva Rezni wollte uns auch relativ jung und schön in Erinnerung bleiben und den Alterungsprozess nicht allzu lange hinauszögern, und
Frère Rogerwird jetzt endlich auch nicht mehr gefragt: Dormez-vous?
Sie sehen, das Niveau erreicht so langsam unterirdisches (hihi) "Niveau", deshalb komme ich jetzt zu einem schnellen Ende (hihihi): Dazu kam auch
Robert Cook bei seinem Gebirgsabsturz,
Robert Moog hört sich fast genauso an und starb ebenfalls, sowie
Pumuckl - dritter Exklusivpunkt für Herrn
Aprilfischer!
Die allerletzten Punkte der Saison erzielten schließlich
General Amnestie mit
Erich Kuby und
Simon Wiesenthal, sowie
kinka schickelhube ebenfalls mit Letzterem. Herzlichen Glückwunsch, insbesondere Herrn Amnestie für seinen schicken zweiten Platz!
Die Statistik wurde ja freundlicherweise einige Beiträge weiter oben bereits von Herrn Airsoul zusammengestellt.
So. Ihnen bleiben noch drei Tage zur Abgabe Ihrer neuen Listen. Deadline (muahahaha) ist also Freitag zur Geisterstunde.
Vielen Dank für Ihre Aufmerksamkeit!
Ab zur Recherche
verkatert,
aka Todesengel 2003/2004, aka Todesengel 2004/ 2005