Tätääää, tätääää, tätääää !!! Helau, Alaaf und Nervenkrieg!

Hauptforum - die Lobby eben.

Wolle ma´ se reinlasse´?

Joooaaaa. Nahalla-Maaaaaarsch !!!
2
10%
Nein. Ich will hiiiiiieeeerr weeeeg !!!
7
33%
Schnell!!! Gebt mir Alkohol !!!!!
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57%
 
Insgesamt abgegebene Stimmen: 21

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Danny
Beiträge: 195
Registriert: 29. Okt 2003, 09:09

Tätääää, tätääää, tätääää !!! Helau, Alaaf und Nervenkrieg!

Beitrag von Danny »

Die 5. Jahreszeit hat wieder begonnen!!!

Beudeutet also:

1. Zwangsweises Happy-Schunkeln auf allen TV-Kanälen.

2. Pseudo-witzige Büttenreden, die niemand lustig findet, außer dem Redner selbst.

3. 8 Stunden-Live-Übertragung des (Neu)Rosenmontagszuges.

Tausend und einen Dank, liebe Närrinnen und Nepalesen :evil:
Zuletzt geändert von Danny am 28. Nov 2003, 14:04, insgesamt 2-mal geändert.
Hat man das Unmögliche eliminiert, so muß das, was übrigbleibt, und mag es noch so unwahrscheinlich erscheinen, die Wahrheit sein.
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Datensichtgerät
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Beitrag von Datensichtgerät »

Oliver Kalkofe d.Ä. hat geschrieben: Alaaf! Helau! Seid Ihr bereit?
Willkommen zur Beklopptenzeit!
Mer kenne des aus Akte X,
doch Mulder rufe hilft da nix,
des kommt durch Strahle aus dem All,
und plötzlisch Ist dann Karnevall (Tusch!)

Uff einen Schlach werd'n alle dämlisch,
denn das befiehlt das Datum nämlisch!
Es ist die Zeit der tollen Tage,
so eine Art Idiotenplage,
eine Verschwörung, blöd zu werden,
die jährlich um sich greift auf Erden.
Ei´ wahre Ausgeburt der Hölle,
und Ausgangspunkt davon ist Köllel (Tusch!)

Denn dort gibts nisch nur RTL,
das Fernseh-Einheitsbrei-Kartell,
sondern auch jede Menge Jecken,
die sisch auf Nasen Pappe stecken,
in Teufelssekten sich gruppieren
danach zum Efferrat formieren
und dann muss selbst das döfste Schwein
dort auf Kommando fröhlisch sein. (Tusch!)

Auf einmal tun in allen Ländern
die Leude sisch ganz schlimm verändern
Sie gehn sisch hemmungslos besaufe
und fremde Mensche Freibier kaufe
schmeiße sisch Bonbons an die Schädel,
betatsche Jungens und aach Mädel
und tun eim jede, den sie sehen, ganz fuschtbar uff de Eier gehen!
Sie tun nur noch in Reime spreche
und sind so witzisch, man könnt' breche,
bewege sisch in Polonäsen,
als trügen sie Gehirnprothesen,
man möschte ihnen - im Vertrauen -
am liebsten in die Fresse hauen! (Doppeltusch, Rakete!)

Doch was soll man dagege mache?
Soll man vielleicht noch drüber lache?
Es hilft kein Schreie und kein Schimpfe,
man kann sisch nich mal gegen impfe,
die Macht der Doofen ist zu staak,
als dass man sisch zu wehr'n vermag! (Kein Tusch!)

Am besten ist, man bleibt zu Haus
und sperrt den Wahnsinn aanfach aus.
Man schließt sich ein paar Tage ein
und lässt die Blöden blöde seinl
Der Trick ist dass man sich verpisst
bis widder Aschermittwoch ist! (Vielleicht ein Tusch?)

Und steht ein Zombie vor der Tür,
mit sonem Pappnasengeschwür,
und sagt statt "Hallo" nur "Helau",
dann dreh sie um, die dumme Sau,
tritt Ihr kräftisch in den Arsch
und ruf dabei:"Narrhalla-Marsch!"
Vielen Dank!
(Tusch, im Narrhalla?Marsch möglichst schnell weglaufen).
Karneval im Notfall, aber schwäbische Fasnet? Nein Danke.
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Wolpers
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Beitrag von Wolpers »

Da fällt mir diese Walter Moers Geschichte von dem Karnevals-Rebellen ein, dessen Vortrag bei einer Kappensitzung den Elferrat entsetzte.

Unter anderem hieß es da:
Der Karneval wird abgeschafft;
die Jecken geh’n in Einzelhaft.
Dort müssen sie zum Mittagessen,
tagein, tagaus Konfetti fressen!
Kennt jemand noch die komplette Fassung?
Googeln brachte nix.
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Darken
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Beitrag von Darken »

Alkohol ! - Ganz klar.

Leider hab ich die Frage vergessen :P
Weltalltag-Man
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Beitrag von Weltalltag-Man »

Guden, meine sehrverehrdde
Dame- unn aach Männerherde!
Am elfte Elfte, des is klah
bleibt nix mehr wie's vorher nett wah.
In Reih un Glied wird jetz gesoffe,
- nur vom Blasedrugg betroffe.

Eim jeden stehd es im Gesischt,
es is der fünfte Jahr'szeit Pflischt:
Drum möscht isch eusch die Daume drigge,
fer erfolgreisch Grupp-Gef****.
Damidd mer weiß, was sisch geherd,
wird jetz im Gehscheteil verkehrd!

Däff DÄH - Däff DÄH - Däff DÄH

Bild

Zu guder ledsd möscht isch erwähne,
un dabei kommt selbsd mir e Träne,
vor Froide läufts mer übers Wängsche
beim Ahblick der "Globahl Dimensche":
da sidsd bei uns im Stöffsche-Tembel
- En Afrikaaner midd em Bembel!

Erst gestern noch im Senegal,
mischt heud schoh midd beim Karneval.
Ich hoff, so gehds in Zukunft weider,
ein jed's Land säuft sisch mit uns heider.
Dem Weltall lasse mir verkünde:
E bißche' Spaß is keine Sünde!

N A R H A L L A M A R S C H !

UFF dä däh - UFF dä däh - UFF dädäded de UFF dä däh

Bild
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Standardsituation
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Beitrag von Standardsituation »

Walter Moers hat geschrieben: Die Büttenrede

Der wilde Paul werd ich genannt,
bin so im ganzen Land bekannt!

In diesem Staate ist was faul,
drum hört auf euren wilden Paul!

Auf die Gesellschaft sollt ihr scheissen,
und reichen Frau'n den Nerz zerreissen!

Der Karneval wird abgeschafft,
die Jecken geh'n in Einzelhaft!

Dort müssen sie zum Mittagessen
tagein, tagaus Konfetti fressen!

Dann geht's dem Kanzler an den Kragen,
er wird mit einer Wurst erschlagen!

[man schleppt ihn fort]

Nur eines lasst mich noch vertellen,
ein Hoch auf Karnevals-Rebellen!
Gern geschehen, Herr Wolpers.
All in all not a bad guy - if looks, brains, and personality don't count.
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rue-tigre
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Beitrag von rue-tigre »

Was uns Herr Eckehard Henscheid vor Jahren Schon in der SuperLupo als Büttenrede zu schenken beliebte:
Der Droge Dieter

Der Jugend drohen heut Gefahren,
die früher net vorhande waren.
Sie ist vor'm Leben auf der Flucht,
und ihre Endstation heißt Sucht.
Wir Alte dürfe die Probleme
net auf die leichte Schulter nehme.
Drum leit' ich die Beratungsstelle
für komplizierte Drogenfälle.
(Tusch)
Von meinem Kampf um junge Seelen
möcht ich im Folgenden erzählen!
(Tusch)

Da kommt ein Lächler ins Büro,
der wirkt so überirdisch froh.
Mich macht des bös, weil ich gleich seh,
der nimmt noch immer LSD!
Ich brüll'n aa: „Des is doch out!
Des wird doch nicht mehr angebaut!"
„Was is denn in?" fragt der betroffen.
Wir ham dann Äppelwoi gesoffen.
Ich hab für jeden einen Trost.
Mein Zauberwort heißt immer: Prost!
(Großer Tusch)

Wenn ich so durch die Straßen geh,
was glaube Sie, was ich da seh?
Auf Fensterbänke und Baikonen,
da, wo die linke Wirrköpp wohnen,
da wächst ein Gras, des macht mich sauer.
Ich hasse diese Selbstanbauer!
Wer eignen Stoff zu Hause pafft,
der schadet unserer Volkswirtschaft,
der braucht auch keine Dealer mehr,
und abends stehn die Kneipe leer!
(Tusch)
Des geht doch net! Des is Betrug!
Da mach ich einen Hausbesuch! —
Am Türschild stehe zwanzisch Name,
und jeder zieht sein eigne Same.
Doch ich zieh auch was aus der Tasche.
Sie ahnen's? - Die Familienflasche!
(Tusch)
Natürlich bring ich dene Simpl
net gleich en zwölf Jahr alte „Dimple".
Für diese Art von Hasch-WG
tut es als Einstieg auch Chantre.
Bald schon erklinge linke Lieder,
am lautste brüllt: ihm Droge-Dieter!
Ja, mich verfolgt auf meiner Route
ein solidarisches „Salute!"
(Großer Tusch)

Und auch in unsre Innenstädte
kann ich vor Arbeit mich net rette.
Besonders in de Einkaufszone
krakele neue Religione.
Des is ein Singe, ein Gebimmel,
des is fast schlimmer wie im Himmel.
Und liebe Leut? Was is des wieder?
Ein klarer Fall für'n Droge-Dieter!
(Tusch)
Durch Einsatz von gezielte Fragen
schaff ich zunächst mal Unbehagen.
„Was? Euern Guru tut nix drinke?
Wie kann ein Mensch nur so tief sinke!
Und ihr verbringt die Zeit asketisch,
teils uff de Gass und teils am Teetisch?
Des geht in Ordnung, Kinner, nur
trinkt Euern Teufelstee net pur!
Denn wozu schuf auch Euer Gott
Jamaica-Rum und guten Pott?
(Tusch)
Mir ham die Mischung gleich probiert.
Oh Krishna, ham mir meditiert!
Und nach de siebte, achte Tasse
war i c h Ihr'n Meister aller Klasse.
De ganze Ashram kniete nieder
und pries den neue Guru: Dieter!
(Tusch)
Ein Bild, das mich zu Tränen rührte.
Gerettet warn se, die Verführte!
Denn den' ihr Mantra heißt ab heut:
Ein Prosit der Gemütlichkeit!
(Großer Tusch)

Da war ich neulich im Konzert.
Ich hab gedacht, mich tritt ein Pferd.
Die ließen echt den Bär vom Pflock,
die spielten einen Wahnsinns-Rock.
Die machten eine Super-Schau,
doch nicht ein einziger war blau,
Mir war des sofort sehr suspekt,
ich hab die Lage kurz gecheckt,
und mein Gefühl hat net getroge:
die habe durch die Nas gezoge!
(Tusch)
Und wie sie von der Bühne komme,
hab ich sie mir zur Brust genomme.
Ich sage locker: „Hello Folks,
ich waas was besseres als Koks.
Probiert doch mal, was ich hier hab,
der Stoff heißt Chateau neuf du pape.
Der geht ins Blut, der schont die Schleimhaut,
Ihr sollt mal sehn, wie Ihr dann reinhaut!
(Tusch)
Kaum war die Flasche ausgeleert,
da war'n die Superstars bekehrt.
Des war ein anspruchsloser Haufen,
mit denen könnt mer alles saufen:
Vom Federweiße bis hinunter
zum Amselfelder Spätburgunder.
Naja, was soll mer schon erwarte
von Rocker, noch dazu von harte.
Die Fans erkannte sie net wieder, d
ie spielte plötzlich Schunkellieder
und gelten als die erste Rock-Band,
die gradewegs zum Blauen Bock fand.
Von Weihnachten bis Österchen:
ihr neuer Hit heißt „Prösterchen!"
(Großer Tusch)

Ja! Des ist meine Therapie,
und sie versagt so gut wie nie.
Nur bei den Freunden von der Spritze,
da tut des alles nix mehr nütze.
Zu schwach, um noch ihr Glas zu hebe -
für was soll'n die noch weiterlebe?
Da rate ich: macht nur so weiter,
dann seid Ihr eh bald aus dem Schneider!
(Großer Tusch und Rakete)

Doch nun zu Euch. Jetzt frag ich mal:
Wie steht's denn mit der Sucht im Saal?
Ist jemand hier dem Gift verfallen?
Bei mir da lernt er wieder lallen!
Bei uns braucht niemand fremde Stoffe,
bei uns wird treu und deutsch gesoffe!
Macht Euch net high, bleibt lieber blau,
darauf ein dreifaches Helau!
(Großer Tusch und Narhalla-Marsch)
Und zumindest die letzte Strophe ist nicht ganz "off topic". Wird hier doch in nicht geringem Masse die Narrenbande als versoffen vorgeführt.
Zuletzt geändert von rue-tigre am 11. Nov 2004, 18:45, insgesamt 1-mal geändert.
Wer einmal in den Urgrund schaut
ist nachher nur noch halb so laut!
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palazzo
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Beitrag von palazzo »

des hat jetzsch nix mit karneval zu tun, scheint mir aber dennoch angebracht, damit hier nicht immer drogen verherrlicht werden.

bitte nehmen sie sich diesen lehrfilm - auch und gerade in der füfnten Jahreszeit - zu herzen:
http://www.newgrounds.com/portal/view/197444 .

helau,
palazzo.
"jeder muß sich selbst austrinken wie einen kelch!" c. morgenstern
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Wolpers
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Beitrag von Wolpers »

Standardsituation hat geschrieben:
Walter Moers hat geschrieben: Die Büttenrede

Der wilde Paul werd ich genannt,
bin so im ganzen Land bekannt!

In diesem Staate ist was faul,
drum hört auf euren wilden Paul!

Auf die Gesellschaft sollt ihr scheissen,
und reichen Frau'n den Nerz zerreissen!

Der Karneval wird abgeschafft,
die Jecken geh'n in Einzelhaft!

Dort müssen sie zum Mittagessen
tagein, tagaus Konfetti fressen!

Dann geht's dem Kanzler an den Kragen,
er wird mit einer Wurst erschlagen!

[man schleppt ihn fort]

Nur eines lasst mich noch vertellen,
ein Hoch auf Karnevals-Rebellen!
Gern geschehen, Herr Wolpers.
Ah, sehr schön! Danke, Herr Standardsituation
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Larifari
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Beitrag von Larifari »

Tolles Thema! Aber ich persönlich warte ja eher auf den diesjährigen "Geht-Ihnen-Weihnachten-auch-so-auf-die-Nerven"-Strang.
Die Hoffnung, daß Karneval an einem vorbeizieht, ohne daß man etwas davon mitbekommt, erweist sich jedes Jahr als trügerisch. Wenn man schon zufälligerweise von den Karnevalsidioten selbst verschont bleibt, laufen einem dann doch die militanten Karnevalsgegner üder den Weg. So ein Mist.
Als sie die Sparkassen privatisierten, habe ich geschwiegen, denn ich war ja keine Sparkasse.
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Wolpers
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Beitrag von Wolpers »

Ist das im Osten tatsächlich auch so schlimm?

Im Südwesten aber, so lasse ich jetzt mal meine objektive Meinung verlautbaren, ist es ungleich unerträglicher. Die Damen und Herren Kollegen aus Köln und Mainz werden mich da sicher zu bestätigen wissen. Allerdings haben die Karnevals-Großveranstaltungen den Vorteil, dort verhältnismäßig einfach untertauchen zu können.

So richtig anstrengend wird’s erst auf den zahllosen Dorf-Festchen und -Umzügen, zu denen man aus Gründen leider manchmal mit muss. Die Freude ist stets groß, trifft man alte Bekannte aus verdrängt geglaubten Fußballvereinsmeiertagen, die sich schnell als echte Gefahr für das leibliche Wohlbefinden entpuppen, wenn man der Meinung, auch nach ein paar Schnäpsen könne man noch Auto fahren, Argumente entgegensetzt.

Viel ruhiger lebt es sich da doch in einer "Stadt", die mit Stimmung ohnehin nix am Hut hat.
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The Mars Volta
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Beitrag von The Mars Volta »

Ja, da habe ich mit Düsseldorf ja das große Los gezogen!
Hier gibt sich zwar Yuppie, Student und Broker die Klinke in die Hand, nichtsdestotrotz wurde auch hier gestern zu meiner Überraschung in diversen Gassen lustig was von "mountains" die irgendwas "callen" gegröhlt und offensichtlich feucht gefeiert.
Womit wir auch schon bei dem eigentlichen Grund dieses Eintrags wären: In welchen Perioden wechselt eigentlich das ständig gleichbleibende Musik-Repertoire der Karnevals- und Kneipen-Konquistatdores (KKK)?
Besagtes "Arizona" oder SonsteinUS-Staat-Lied ist immer noch auf schwerer Rotation, die Hymne auf die "pure Lust am Leben" hält sich auch noch wacker in den playlists und auch Wolfgang Petry hat seinen Zenit wohl schon überschritten, seine Halbwertszeit aber leider noch nicht.
Was beschallt in ihren Heimaten die örtlichen Besäufnisse?
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Danny
Beiträge: 195
Registriert: 29. Okt 2003, 09:09

Beitrag von Danny »

The Mars Volta hat geschrieben:Ja, da habe ich mit Düsseldorf ja das große Los gezogen!
Hier gibt sich zwar Yuppie, Student und Broker die Klinke in die Hand, nichtsdestotrotz wurde auch hier gestern zu meiner Überraschung in diversen Gassen lustig was von "mountains" die irgendwas "callen" gegröhlt und offensichtlich feucht gefeiert.
Womit wir auch schon bei dem eigentlichen Grund dieses Eintrags wären: In welchen Perioden wechselt eigentlich das ständig gleichbleibende Musik-Repertoire der Karnevals- und Kneipen-Konquistatdores (KKK)?
Besagtes "Arizona" oder SonsteinUS-Staat-Lied ist immer noch auf schwerer Rotation, die Hymne auf die "pure Lust am Leben" hält sich auch noch wacker in den playlists und auch Wolfgang Petry hat seinen Zenit wohl schon überschritten, seine Halbwertszeit aber leider noch nicht.
Was beschallt in ihren Heimaten die örtlichen Besäufnisse?
Lebt denn der alte Holzmichel noch?
Jaaaaaaaaaaaaaaaaaaaaaaaaaaaaaaaaaaaaaaaaaaaaaaa!!!!!
Er lebt noch!


Da könnte ich jedesmal unter den Tisch reihern. :evil:
Hat man das Unmögliche eliminiert, so muß das, was übrigbleibt, und mag es noch so unwahrscheinlich erscheinen, die Wahrheit sein.
Weltalltag-Man
Beiträge: 298
Registriert: 13. Feb 2004, 11:07
Wohnort: Limbus

Beitrag von Weltalltag-Man »

Vergessen sie aber nicht die (www.)Stunksitzung(.de), die es ca 20 Jahre gibt und gezeigt hat, welches Schunkelpotential in Linken steckt, daß es auch um ein Gefühl von Gemeinsamkeit geht beim kritischen Witzeln. Klar, Satire fällt klüger und kritischer aus, um durch den Zweifel an den Dingen Alternativen enstehen zu lassen, und sie ist viel weniger aufdringlich als der Pöbel-Spaß, aber sonst? Was passiert denn mit den geschaffenen Alternativen? Winfried Schmickler in einer Sondersendung zur Kölner Stunksitzung:
"Hinter der Forderung, die Gesellschaft zu verändern, steckte damals (ca. 1982) schon irgendwo das Verlangen, einen Platz in dieser Gesellschaft zu finden, der einen nicht unbedingt zu einem Teil der Gesellschaft werden lässt; also einen Teil am Rande der Gesellschaft zu finden, der einen aber trotzdem ernährt und an den Segnungen dieser Gesellschaft teilhaben lässt"
Da kann ich doch jetzt etwas hassen oder lieben, aber was, außer der Möglichkeit diese Meinung kund zu tun, passiert? Es ist eher der spielerische Umgang mit den Dingen um uns herum, der zu etwas neuem führen kann, finde ich. Ich habe jetzt in meinen eigenen Ausführungen natürlich noch einiges vergessen zu berücksichtigen, aber falls ihnen danach ist, ergänzen sie doch noch bitte.
Weltalltag-Man
Beiträge: 298
Registriert: 13. Feb 2004, 11:07
Wohnort: Limbus

Beitrag von Weltalltag-Man »

Nachdem ich mein letztes posting erst im Nachhinein einigermaßen begriffen habe, was ja immer wieder mal vorkommt, möchte ich ihnen noch ein Zitat aus der besagten Sondersendung zur Stunksitzung von Jürgen Becker, dem Vater der Sitzung, zukommen lassen:
Ich hatte so ein diffuses Geschichtswissen Karneval war mal was gutes, ne, wenn das so von unten kommt und sich gegen die Obrigkeit richtet, da is irgendwas, das kann man ausgraben und das können wir wiederbeleben. Und so glaub ich funktionierte das dann auch bei den politisch korrekten in der [Stunksitzungsgründer-]Gruppe: Ach ja, wenn das so ist, dann könn'n wir das ja auch machen!
Dass das Original seit langem so *würg* daherkommt, scheint mit der Loslösung des Festes vom Alltag durch die bürgerliche Gesellschaft im 19. Jht verbunden zu sein: Feste in der Öffentlichkeit standen plötzlich zwischen dem "Zwang" des verschwenderischen Konsums (um überhaupt als Fest erkennbar zu sein) und der Haushaltung, denn wo kämen wir denn da hin, wenn die Verschwendung nicht kontrolliert, also auch klar vom Alltag getrennt, bliebe?! Recht schizo also, das ganze.

Und obwohl das öffentliche Besäufnis nichts mehr mit mir und dir persönlich zu tun hat, machen dann so viele gerne mit, denn es bestätigt uns in der Gruppe, gibt uns Sicherheit und Vertrauen, wenn Du siehst, dass da hundert andere auch bei diesem Lied, das uns durch nichts Ungewohntes in Klang und Struktur erschreckt, einfach mitmüssen (und deshalb bleiben die "neuen" Partykracher ja auch immer die alten).
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